Tag: Hoffnung

  • Paul — Polen

    Paul — Polen

    Paul erlebt den Klimawandel weniger als eine plötzliche Erkenntnis denn als etwas, das allmählich Teil seines alltäglichen Bewusstseins geworden ist. Einen bestimmten Moment, in dem ihm die Realität des Klimawandels erstmals bewusst wurde, kann er nicht benennen; seine Sorge entwickelte sich vielmehr organisch. Besonders beunruhigt ihn die gesellschaftliche Richtung. Er beobachtet, wie stark sich Menschen auf Geld, Unternehmen, Konsum und gesellschaftlichen Status konzentrieren, während die möglichen Folgen ihres Handelns zu wenig Beachtung finden. Sein stärkstes Klimagefühl ist Angst – das Gefühl, dass die Entwicklung nicht in die richtige Richtung geht und viele Menschen den Ernst der Lage weiterhin nicht wahrnehmen.

    Ich mache mir Sorgen, dass die Menschen dem Klimawandel keine Aufmerksamkeit schenken.

    Wenn diese Angst aufkommt, versucht Paul meist, sich abzulenken und zu beruhigen. Eine feste Strategie hat er nicht. Werden die Gefühle jedoch zu überwältigend, helfen ihm Atemübungen. Auch Meditation und eine Achtsamkeits-App haben ihn zeitweise unterstützt. Diese Übungen lösen die zugrunde liegende Sorge nicht auf, geben ihm aber eine Möglichkeit, mit belastenden Emotionen umzugehen, ohne vollständig von ihnen eingenommen zu werden.

    Wenn es zu überwältigend wird, versuche ich es mit Atemübungen.

    Was macht mir Hoffnung?

    Die Menschen, denen ich begegne, geben mir Hoffnung, dass wir nicht verloren sind – und dass es vielleicht mit jeder nächsten Generation besser wird.

    Die drei von Paul gewählten Karten – „Let’s go“, „Always me“ und „Everything is fine“ – ergeben für ihn eine chronologische Geschichte. „Always me“ steht für die Erfahrung, schwierige Erlebnisse aus seiner Vergangenheit selbst aufarbeiten zu müssen. Seit zwei oder drei Jahren geht er zur Therapie und stellt sich diesen Erfahrungen, auch wenn diese Arbeit nicht leicht ist. „Everything is fine“ beschreibt den Gegensatz zwischen seinem Auftreten nach außen und den Gefühlen, die er in sich trägt.

    „Let’s go“ steht für Bewegung und die Möglichkeit eines Neuanfangs. Paul überlegt, seine erschöpfende Homeoffice-Arbeit in der IT aufzugeben und in den Betrieb des Partners seiner Mutter einzusteigen. Dort könnte er etwas mitgestalten, auf das er unmittelbar Einfluss hat. Diese berufliche Veränderung verbindet er auch mit Verantwortung für das Klima: Er könnte mitentscheiden, welche Materialien verwendet werden, mit wem das Unternehmen zusammenarbeitet und ob diese Geschäftspartner verantwortungsvoll handeln. Ihm geht es nicht darum, ein Imperium aufzubauen, sondern etwas zu schaffen, das funktioniert, Freude macht und ein stabiles Leben ermöglicht.

    Hoffnung findet Paul vor allem in den Menschen, denen er heute begegnet. Ihre Intelligenz, ihre Werte und ihre Entscheidungen bilden einen Gegenpol zu seinem früheren sozialen Umfeld. Sie zeigen ihm, dass die Menschheit vielleicht noch nicht verloren ist und sich mit jeder neuen Generation etwas zum Besseren verändern kann.

    Ich versuche, zu lächeln, mit anderen Menschen in Ordnung zu sein und nicht zu viele Gefühle zu zeigen. Aber in mir kocht alles.

    🇵🇱 Poland’s Greenhouse Gas Emissions

    Population 38.54 Million, Europe.

    Key Messages

    • Emissions: Poland emitted around 337 megatonnes CO2e in 2024, or 0.59% of the global total.
    • Per person: In 2024, Poland emitted around 8.7 tonnes per person per year, rated very high on a scale where any level above zero adds warming.
    • Trend: Poland’s emissions fell by around 1.1% a year over the ten years to 2024, slower than the 4% yearly decline the world as a whole needs to achieve Net Zero in 2050 and limit warming to around 1.7 °C.
    • What drives it: CO2 made up around 78% of emissions, methane 13%, nitrous oxide 8% and F-gases 1.7%.
    • Historic responsibility: Since 1851, Poland’s emissions have produced around 41,100 megatonnes CO2e of warming impact, 1.05% of the global total, averaging around 8.5 tonnes per person per year and rated very high.
  • Marcella – Polen

    Marcella – Polen

    Marcella erlebt den Klimawandel vor allem durch das zunehmend unberechenbare Wetter. Am Tag des Interviews wirken sich die Kälte und das trübe Wetter unmittelbar auf ihre Stimmung und ihre Energie aus: Sie fühlt sich schlecht, ist müde und würde am liebsten schlafen. Für sie zeigt sich die klimatische Veränderung besonders darin, dass die vertrauten Jahreszeiten verschwinden. Die Winter bringen nicht mehr den anhaltenden Frost, der früher Insekten und Schädlinge eindämmte, während selbst Frühling und Sommer ungewöhnlich kalt bleiben. Diesen Verlust der jahreszeitlichen Verlässlichkeit empfindet sie als beunruhigend.

    Es ist die Angst davor, was morgen, in einer Woche oder in einem Jahr kommen wird.

    Ihre Kindheitserinnerungen bilden einen deutlichen Kontrast zur Gegenwart. Marcella erinnert sich an schneereiche, frostige Winter und schöne, warme Sommer. Die klar voneinander unterscheidbaren Jahreszeiten vermittelten Vertrautheit und Beständigkeit. Der Rückblick löst deshalb vor allem Sehnsucht aus: Sie vermisst das Klima ihrer Kindheit und die Sicherheit, die mit seinem regelmäßigen Rhythmus verbunden war.

    Wenn sie an die Zukunft denkt, steht die Angst im Vordergrund. Überschwemmungen, Hurrikane und andere extreme Wetterereignisse scheinen häufiger zu werden und lassen die Zukunft immer weniger vorhersehbar erscheinen. Ihre Sorge bezieht sich nicht nur auf eine ferne Zukunft, sondern auf die unmittelbare Ungewissheit darüber, was morgen, in einer Woche oder in einem Jahr geschehen könnte.

    Wir haben keinen richtigen Winter mehr, der all die Insekten und alles andere durch den Frost eindämmt.

    Ich hoffe, dass ich im Ruhestand reisen, die Welt entdecken und das Leben genießen kann.

    Trotz dieser Ängste richtet Marcella ihre persönliche Hoffnung auf ein erfülltes zukünftiges Leben. Sie freut sich auf den Ruhestand als eine Zeit, in der sie reisen, die Welt entdecken und das Leben genießen kann. Ihre Hoffnung liegt in der Möglichkeit, trotz der klimatischen Unsicherheit weiterhin Schönheit, Freiheit und Neugier zu erleben.

    Damals hatten wir noch richtige Winter. Es gab viel Schnee und es war frostig. Das vermisse ich.

    🇵🇱 Poland’s Greenhouse Gas Emissions

    Population 38.54 Million, Europe.

    Key Messages

    • Emissions: Poland emitted around 337 megatonnes CO2e in 2024, or 0.59% of the global total.
    • Per person: In 2024, Poland emitted around 8.7 tonnes per person per year, rated very high on a scale where any level above zero adds warming.
    • Trend: Poland’s emissions fell by around 1.1% a year over the ten years to 2024, slower than the 4% yearly decline the world as a whole needs to achieve Net Zero in 2050 and limit warming to around 1.7 °C.
    • What drives it: CO2 made up around 78% of emissions, methane 13%, nitrous oxide 8% and F-gases 1.7%.
    • Historic responsibility: Since 1851, Poland’s emissions have produced around 41,100 megatonnes CO2e of warming impact, 1.05% of the global total, averaging around 8.5 tonnes per person per year and rated very high.
  • Marian — Polen

    Marian — Polen

    Marian erlebt den Klimawandel vor allem durch die zunehmende Unberechenbarkeit und Heftigkeit des Wetters. Auf Vorhersagen sei immer weniger Verlass, wodurch Reisen und andere Vorhaben schwieriger zu planen werden. Was zunächst nach schönem Wetter aussieht, kann sich plötzlich völlig anders entwickeln. Für ihn ist diese Unsicherheit ein deutliches Zeichen dafür, dass vertraute Abläufe auseinanderbrechen.

    In Wrocław, wo er lebt, sind Stürme und Überschwemmungen zu einer konkreten Bedrohung geworden. Innerhalb kürzester Zeit fallen heute große Regenmengen, die der Boden nicht mehr aufnehmen kann. Das Wasser fließt stattdessen direkt in die Flüsse und erhöht die Hochwassergefahr. Regen, früher ein gewöhnliches Wetterereignis, ist dadurch emotional aufgeladen: Sobald es zu regnen beginnt, entsteht bereits die Angst, dass die eigenen Häuser überflutet werden könnten.

    Wenn es zu regnen beginnt, bekommen wir bereits Angst, dass es eine Überschwemmung geben wird.

    Wir können eigentlich nichts mehr richtig planen. Das Wetter ändert sich plötzlich.

    Auch die Veränderung der Jahreszeiten nimmt Marian deutlich wahr. Früher war die Region für ihre schneereichen Winter bekannt, heute fällt nur noch sehr wenig Schnee. Diese Veränderungen wirken sich für ihn nicht nur auf die Umwelt, sondern auch auf das persönliche Wohlbefinden aus. Der Verlust von Berechenbarkeit, vertrauten Jahreszeiten und Sicherheit löst bei ihm überwiegend negative Gefühle aus.

    Der Klimawandel beeinflusst zudem seine Begegnungen mit anderen Menschen. Gespräche mit Personen, die den Klimawandel oder seine Auswirkungen bestreiten, empfindet Marian als schwierig. Dabei entsteht Distanz, weil es ihm kaum möglich erscheint, sie von dem zu überzeugen, was er selbst in seiner Umgebung beobachtet.

    Die ausgewählten Gefühlskarten zeigen verschiedene Seiten seines Erlebens. Das Herz steht für Liebe und gegenseitige Fürsorge: Wenn Menschen einander lieben, so Marian, verletzen sie sich nicht. Das ernste, grimmige Gesicht vermittelt ihm Negativität und hält ihn davon ab, auf die dargestellte Person zuzugehen. Das verängstigte Gesicht wiederum verkörpert unmittelbar jene Angst und jenen Schrecken, die er mit dem Klimawandel verbindet. Diesen Gefühlen stellt er mit dem Herzen eine positive menschliche Haltung gegenüber.

    Hoffnung verbindet Marian mit gemeinsamer Verantwortung und konkreten persönlichen Entscheidungen. Als eigenen Beitrag nennt er den Kauf eines Hybridautos. Verbesserungen hält er für möglich, wenn mehr Menschen Umweltverschmutzung vermeiden, weniger Plastik und Chemikalien verwenden und sich stärker für natürliche Alternativen entscheiden.

    Wenn Menschen einander lieben, verletzen sie sich nicht.

    Ich hoffe, dass schließlich die meisten Menschen beginnen werden, etwas Positives für das Klima auf der Erde zu tun – weniger zu verschmutzen, weniger Plastik und Chemikalien zu verwenden und sich stärker für natürliche Alternativen zu entscheiden.

    Früher gab es sehr viel Schnee. Und heute gibt es keinen Schnee mehr.

    🇵🇱 Poland’s Greenhouse Gas Emissions

    Population 38.54 Million, Europe.

    Key Messages

    • Emissions: Poland emitted around 337 megatonnes CO2e in 2024, or 0.59% of the global total.
    • Per person: In 2024, Poland emitted around 8.7 tonnes per person per year, rated very high on a scale where any level above zero adds warming.
    • Trend: Poland’s emissions fell by around 1.1% a year over the ten years to 2024, slower than the 4% yearly decline the world as a whole needs to achieve Net Zero in 2050 and limit warming to around 1.7 °C.
    • What drives it: CO2 made up around 78% of emissions, methane 13%, nitrous oxide 8% and F-gases 1.7%.
    • Historic responsibility: Since 1851, Poland’s emissions have produced around 41,100 megatonnes CO2e of warming impact, 1.05% of the global total, averaging around 8.5 tonnes per person per year and rated very high.
    • 🇵🇱 Poland’s Greenhouse Gas Emissions

      Population 38.54 Million, Europe.

      Key Messages

      • Emissions: Poland emitted around 337 megatonnes CO2e in 2024, or 0.59% of the global total.
      • Per person: In 2024, Poland emitted around 8.7 tonnes per person per year, rated very high on a scale where any level above zero adds warming.
      • Trend: Poland’s emissions fell by around 1.1% a year over the ten years to 2024, slower than the 4% yearly decline the world as a whole needs to achieve Net Zero in 2050 and limit warming to around 1.7 °C.
      • What drives it: CO2 made up around 78% of emissions, methane 13%, nitrous oxide 8% and F-gases 1.7%.
      • Historic responsibility: Since 1851, Poland’s emissions have produced around 41,100 megatonnes CO2e of warming impact, 1.05% of the global total, averaging around 8.5 tonnes per person per year and rated very high.
  • Rasa — Litauen

    Rasa — Litauen

    Litauen ist Rasas Zuhause. Sie hat ihr ganzes Leben dort verbracht, fühlt sich ihrer Stadt verbunden und beschreibt ihr gegenwärtiges Leben als emotionale Mischung: „Ein wenig traurig. Ein wenig schwer. Ein wenig glücklich. Von allem etwas.“ Im Mittelpunkt steht ihr kleiner Sohn Dominikas: „Er ist mein Ein und Alles. Er ist mein Leben.“

    Vor ungefähr fünf Jahren nahm Rasa den Klimawandel erstmals deutlich wahr – nicht durch Bücher oder Zeitungen, sondern durch das, was sie unmittelbar um sich herum beobachten konnte: „Er ist hier.“ Für sie zeigen vor allem die verschobenen Jahreszeiten, dass sich etwas verändert. Der Sommer beginnt zu ungewöhnlichen Zeiten, die Kälte hält länger an und die Menschen tragen noch Jacken, obwohl es längst warm sein sollte. Diese Veränderungen bleiben für sie nicht abstrakt. Sie beeinflussen ihrer Ansicht nach sowohl die Natur als auch die Menschen – psychisch und körperlich: „Alles verändert sich. Nicht nur das Klima – die Menschen, die Gefühle, einfach alles.“

    Emotional verbindet Rasa diese Entwicklung vor allem mit Unbehagen und Traurigkeit. Über die Zukunft ihres Sohnes nachzudenken fällt ihr schwer; sie versucht, nicht zu weit vorauszublicken. Gleichzeitig möchte sie sich nicht von der Negativität beherrschen lassen. Positiv zu bleiben erscheint ihr notwendig, weil es ihrer Wahrnehmung nach bereits sehr viele negative Menschen und Stimmungen in der Welt gibt.

    Auch ihre Gefühlskarten spiegeln diese Spannung wider. Eine Karte steht dafür, dass die Situation „nicht lustig“ ist: Wenn sich das Klima weiter verändert, könnten vertraute Sommer und warmes Wetter verloren gehen. Eine andere Karte eröffnet eine leichtere, hoffnungsvollere Möglichkeit – eine Welt, in der die Menschen mehr Verständnis zeigen, keinen Plastikmüll mehr in die Natur werfen und dadurch gemeinsam glücklicher sein können. Die leere Karte wird für Rasa zu einer Art Joker: Situationen und Gefühle können sich verändern. Wenn alles schlecht ist, sind die Menschen traurig; scheint die Sonne, können sie wieder lächeln. Doch dafür muss auch etwas getan werden: „Wir tun nichts dafür, dass es öfter besser als schlechter wird.“

    Rasa sieht durchaus Menschen, die versuchen, ihr Verhalten zu ändern – aber noch sind es nicht genug. Müll wird nicht konsequent getrennt, und als Gesellschaft unternehmen wir zu wenig. Vollkommen hoffnungslos ist die Lage für sie dennoch nicht. Veränderung bleibt möglich, wenn mehr Menschen mitmachen und wir lernen, das Gute zu genießen, ohne die notwendigen Schritte zu verdrängen.

    „Ein wenig traurig. Ein wenig schwer. Ein wenig glücklich. Von allem etwas.“

    „Alles verändert sich. Nicht nur das Klima – die Menschen, die Gefühle, einfach alles.“

    „Der Klimawandel ist hier.“

    „Mein Kind ist mein Ein und Alles. Er ist mein Leben.“

    „Einige Menschen versuchen, es besser zu machen, aber es reicht noch nicht.“

    Vielleicht gibt mir die Hoffnung selbst Hoffnung. Wir brauchen mehr davon – das ist sicher.

  • Saulius — Litauen

    Saulius — Litauen

    Saulius Bagdonavičius (53) – beschreibt sich zunächst und vor allem als Mensch. Er wurde unweit des litauischen Dorfes geboren, in dem er heute lebt und eine historische Station für Reisende mit Wohnmobilen, Fahrrädern oder zu Fuß betreibt. Bevor die Pandemie seine Reisen unterbrach, hatte er etwa fünfzig Länder bereist – mit dem Fahrrad, per Anhalter, auf Skiern, mit Zügen und Flugzeugen. Das Reisen hat seinen Blick auf die Welt geprägt und ihn gelehrt, der eigenen Erfahrung mehr zu vertrauen als ausschließlich vermittelten Bildern.

    Den Klimawandel nahm Saulius vor etwa zwanzig oder dreißig Jahren bewusst wahr. Früher waren die Winter in Litauen kälter, mit tiefem Schnee und Temperaturen von minus zwanzig Grad. Im vergangenen Winter gab es dagegen nur sechs Tage mit Minusgraden. Auch im umliegenden Wald sterben zunehmend Bäume, was er mit den wärmeren Wintern verbindet. Einerseits empfindet er es als angenehm, weniger heizen zu müssen; zugleich ist für ihn klar, dass diese Veränderung weder normal noch gut für die Natur ist.

    Im Freundeskreis wird über das Klima gesprochen, doch seit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat der Krieg das Thema in Litauen weitgehend verdrängt. Saulius weiß nicht, was die Zukunft bringen wird, und misstraut großen Konzernen, deren Entscheidungen vor allem von wirtschaftlichen Interessen bestimmt werden. Dennoch beschreibt er sich nicht als wütend. Auch unbequeme Realitäten zu sehen, gehört für ihn dazu, die Welt zu verstehen.

    Sein Zuhause zeigt seine Verbundenheit mit der Natur: Hunderte Bäume, fünfzig Apfelbäume und zahlreiche Vögel machen den Ort zu einer kleinen Insel im Dorf. Einige Bereiche gehören den Menschen, andere der Natur – und beide müssen miteinander geteilt werden. Bei der Kartenübung spricht ihn besonders die leere Karte an. Sie steht für Einfachheit, Offenheit und die menschliche Fähigkeit, etwas zu erschaffen. Kindern möchte Saulius früh vermitteln, dass sie keine Maschinen oder Roboter sind, sondern ihr Leben gestalten können, sobald sie verstehen, was sie wirklich wollen.

    Statt sich von einer ungewissen Zukunft überwältigen zu lassen, konzentriert er sich darauf, was heute getan werden kann. Seine persönliche Übung besteht darin, nur einen Meter weit zu schauen und sich um das zu kümmern, was in diesem unmittelbaren Bereich liegt. Im größeren Maßstab könnten seiner Ansicht nach auch Konzerne vieles verändern – wenn sie es wirklich wollten. Was die Menschheit am dringendsten braucht, sind für ihn neue Verbindungen und Freundlichkeit. Ohne sie werden sich die Dinge in eine schlechte Richtung entwickeln.

    Ausgewählte Zitate

    „Durch das Fernsehen kann man die Wirklichkeit nicht verstehen.“

    „Wir sind keine Roboter, wir sind keine Maschinen. Wir können etwas erschaffen.“

    „Man muss nicht in die Ferne schauen, sondern nur einen Meter weit – dann wird das Leben einfacher.“

    „Wir müssen uns wieder miteinander verbinden. Wenn wir nicht freundlich sind, wird sich alles in eine schlechte Richtung entwickeln.“

    Was mir Hoffnung macht

    „Meine Hoffnung ist, dass wir kluge Menschen für die Regierung wählen und die Regierungen sich für den richtigen Weg entscheiden.“

  • Alvis — Lettland

    Alvis — Lettland

    Alvis Martirovs (30) – leitet den Campingplatz Milleri in Salacgrīva, Lettland. Er reist sehr gerne und hält seine Erlebnisse in Videos, auf TikTok und Instagram sowie in Fotografien fest. Vor einigen Jahren begann er durch die öffentliche Debatte um Greta Thunberg, sich intensiver mit dem Klimawandel zu beschäftigen, auch wenn er sie persönlich nicht mag. Vor allem auf seinen wiederholten Reisen wurden die Veränderungen für ihn greifbar: Wenn er zur gleichen Jahreszeit in dieselben Länder zurückkehrt, bemerkt er, dass Temperaturen und Regenzeiten nicht mehr den früheren Mustern folgen. In Thailand passt er deshalb inzwischen seine Reisedaten dem veränderten Wetter an.

    Alvis begegnet diesen Entwicklungen eher pragmatisch als mit Wut oder großer Sorge: „Ich würde sagen, dass mir das nicht besonders wichtig ist.“ Er beobachtet die Veränderungen und richtet seine Pläne danach aus. Unmittelbarer wird der Klimawandel für ihn, wenn er seine Lebensgrundlage berührt. Schlechtes Wetter im lettischen Sommer bedeutet weniger Gäste auf dem Campingplatz, während zunehmend milde und regnerische Winter Schnee und Kälte ersetzen. Er vermutet, dass Lettland irgendwann keinen richtigen Winter mehr haben könnte.

    Ein wiederkehrendes Bild ist für ihn das schmelzende Eis der Antarktis und ein möglicherweise drastisch steigender Meeresspiegel. Dennoch beschäftigt er sich nicht lange damit, was dies vor Ort bedeuten könnte: „Ich lebe einfach jetzt, in diesem Moment.“ Das Wetter beeinflusst trotzdem sowohl seine Arbeit als auch seine Beziehungen. Längere Regenperioden wirken sich auf die Stimmung in seiner Familie aus; Menschen werden unzufrieden oder gereizt, wodurch ernsthafte Gespräche schwieriger werden. Reisen in sonnige Länder waren deshalb auch eine Möglichkeit, der winterlichen Dunkelheit und dem schlechten Wetter zu entkommen.

    Seine ausgewählten Gefühlskarten spiegeln seine grundsätzliche Haltung wider: Stolz, „mehr“ und die Überzeugung, dass alles in Ordnung ist. Er ist stolz auf Lettland—auf das vergleichsweise gemäßigte Klima, das Ausbleiben von Erdbeben und Tsunamis und die Leistungen eines kleinen Landes: „Ich bin stolz, Lette zu sein und in Lettland zu leben.“ „Mehr“ steht für seine Lust am Leben: mehr Spaß, Liebe, Geld und Erfahrungen. Auch angesichts der Krisen betont er: „In der Welt ist alles in Ordnung.“ Am Leben zu sein, reisen und frei entscheiden zu können, sind für ihn Gründe, das Leben positiv zu betrachten.

    Statt lange über ferne Zukunftsszenarien nachzudenken, möchte Alvis sich auf heute und vielleicht ein wenig auf morgen konzentrieren. Seine Botschaft an die Menschheit bringt diese direkte, handlungsorientierte Haltung auf den Punkt: „Jammere nicht, handle einfach.“

    Deutsche Zitate

    „Ich lebe einfach jetzt, in diesem Moment.“

    „Ich bin stolz, Lette zu sein und in Lettland zu leben.“

    „Das Klima verändert sich, aber die Denkweise der Menschen in Lettland verändert sich nicht.“

    „In der Welt ist alles in Ordnung. Wir sind am Leben, wir leben unser Leben, können reisen und tun, was wir möchten.“

    “Nicht weinen, einfach machen.”

    Hoffnung: „Ich setze meine Hoffnung in zukünftige Technologien. Die Wissenschaft könnte Wege finden, Brände zu verhindern und das Klima zu beeinflussen—zum Guten oder zum Schlechten. Wir werden leben und sehen.“

    Hoffnung:

    „Meine Hoffnung liegt in zukünftigen Technologien. In fünf oder zehn Jahren könnte die Wissenschaft etwas Erstaunliches entwickeln. Es kann zum Guten oder zum Schlechten eingesetzt werden – wir werden leben und sehen.“

  • Virge — Estland

    Virge — Estland

    Virge Connery (42) –

    Virge wurde in Estland geboren und lebte dort bis zu ihrem zwanzigsten Lebensjahr, bevor sie nach Irland zog. Als Psychologin und grundsätzlich optimistischer Mensch begegnet sie dem Klimawandel eher mit Unsicherheit als mit ständiger Angst. Besonders bei ihren Besuchen in Estland nimmt sie Veränderungen wahr: Nach dem Tallinn-Marathon im September 2019 konnte sie noch schwimmen gehen – etwas, das in ihrer Kindheit undenkbar gewesen wäre. Die Wärme fühlte sich angenehm an, zugleich aber auch irritierend: „Etwas stimmt nicht. Das ist nicht normal.“

    Ihr vorherrschendes Gefühl ist Unsicherheit, weil die Zukunft abstrakt bleibt und sich nur schwer beweisen lässt. Eine Freundin, die Gletscher und abgelegene Regionen im Abstand weniger Jahre besuchte, erzählte ihr von unglaublichen Veränderungen und davon, dass es für wirksames Handeln bereits viel zu spät sei. Das macht Virge traurig – vor allem, weil der Klimawandel für sie nicht isoliert betrachtet werden kann. Mit dem Klima verändern sich auch Kulturen, Lebensgrundlagen, Fischerei, Ernährung und wirtschaftliche Strukturen.

    Gleichzeitig sträubt sich etwas in ihr dagegen, zu glauben, dass die Folgen wirklich so schwerwiegend oder unmittelbar eintreten werden. Sie hofft, dass noch mehr Zeit bleibt. Wahrscheinlichkeiten sind keine Gewissheiten, und ihr Optimismus lässt sie daran glauben, dass die Menschheit vielleicht Glück haben könnte. Das Thema bleibt in ihrem Hinterkopf, doch sie möchte sich nicht jeden Tag über etwas aufregen, das sich ihrer Kontrolle zu entziehen scheint.

    Virge hinterfragt, weshalb so viel Verantwortung auf individuelle Gesten gelegt wird, obwohl Regierungen und große Konzerne viel größeren Einfluss haben. Wiederholte Warnungen können wie Predigten wirken, wenn Menschen ständig hören, was sie längst wissen, ohne zu erfahren, was tatsächlich etwas verändern würde. Sichtbare Folgen – etwa schmelzende Gletscher – könnten die abstrakte Krise ihrer Ansicht nach greifbarer machen als Zahlen allein.

    Ihre Gefühlskarten spiegeln diese Ambivalenz wider. „Oops“ steht dafür, dass die Menschheit die Natur bei ihrer Entwicklung unbeabsichtigt geschädigt hat. „Müde“ beschreibt ihre Erschöpfung angesichts einer sich wiederholenden, einseitigen Klimakommunikation. „Alles ist in Ordnung – noch“ verkörpert die beruhigende Hoffnung, dass das Schlimmste nicht unmittelbar bevorsteht.

    Zitate

    • „Etwas geschieht. Etwas ist anders.“
    • „Das Klima verändert sich, Kulturen verändern sich, die Gewohnheiten der Menschen verändern sich. Alles hängt zusammen.“
    • „Warum sollte ich mich über etwas aufregen, wenn ich nichts dagegen tun kann?“
    • „Es ist kein Dialog. Ihr redet auf uns als Kollektiv ein.“
    • „Den Menschen die tatsächlichen Veränderungen zu zeigen, wäre vielleicht der bessere Ansatz.“

    Was mir Hoffnung macht

    „Ich glaube an die Menschheit und an das Gute im Menschen. Wir sind klug und intelligent – wir werden eine Lösung finden.“

  • Darja — Estland

    Darja — Estland

    “Menschen machen mir Hoffnung. Die meisten sind sehr entschlossen, wenn ihnen etwas wirklich wichtig ist. Wenn wir uns alle irgendwie zusammenschließen, können wir vielleicht etwas bewirken.“

    Darja Dementjeva (18) – hat gerade die Schule abgeschlossen und bereitet sich auf ihr Studium vor. Für sie ist der Klimawandel eine wissenschaftlich belegte Realität, die den Planeten bereits schwerwiegend verändert – auch wenn die Folgen in Estland noch nicht so kritisch erscheinen wie in anderen Ländern. Sie erkennt sie an zunehmend heißen und feuchten Sommern, sprunghaft wechselndem Wetter und Wintern mit deutlich weniger Schnee. Aus ihrer Kindheit erinnert sie sich an meterhohen Schnee; heute bleibt davon oft nur noch wenig. Durch die Medien, Greta Thunbergs Aktivismus und eine Countdown-Uhr bis zum Eintreten unumkehrbarer Schäden wurde sie erstmals bewusst auf die Klimakrise aufmerksam. Später verband sie diese Warnungen mit ihren eigenen Beobachtungen.

    Der persönlichste Konflikt entsteht in ihrer Familie. Darjas Eltern halten den Klimawandel für erfunden und glauben nicht, dass Estland davon betroffen ist. Sie hat aufgehört, mit ihnen darüber zu sprechen, weil sie erwartet, dass sie ihre Haltung erst ändern werden, wenn etwas „Großes und Massives“ geschieht. Ihr Unverständnis richtet sich besonders gegen Menschen, die wissenschaftliche Erkenntnisse ignorieren, nur weil sie selbst die Konsequenzen noch nicht unmittelbar erleben. Anderen versucht sie ihre Sichtweise zu erklären – wollen sie ihr jedoch nicht zuhören, beendet sie das Gespräch.

    Trotz dieser Distanz fühlt Darja sich nicht allein. Online-Communitys, Aktivist:innen und Menschen mit ähnlichen Überzeugungen zeigen ihr, dass andere für Veränderungen kämpfen. Positives erkennt sie auch in Estlands Recycling-System und den strengeren Regelungen: Die Menschen werden stärker dazu angehalten, Abfälle zu trennen und Verantwortung zu übernehmen.

    Gleichzeitig verdrängen Kriege und die Angst vor einem größeren globalen Konflikt die Klimakrise aus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Darja glaubt, dass weniger darüber gesprochen wird, solange Menschen fürchten, bombardiert zu werden. Wenn sie über die Zukunft spricht, wechseln sich düsterer Fatalismus, trockener Humor und beinahe trotziger Optimismus ab. Auch ihre Karten spiegeln diese Spannung: Rot steht für ihre Lieblingsfarbe, aber ebenso für ihre Neigung, sich zurückzuhalten und für sich zu bleiben. Die anderen Karten verkörpern ihre Überzeugung, dass alles aus einem bestimmten und letztlich guten Grund geschieht, dass sich die Dinge vielleicht doch fügen und dass eine positive Lebenseinstellung wichtig bleibt – selbst wenn die Welt sich zu zerstören scheint.

    „Ich spreche das Thema manchmal an, weil ich glaube, dass es wichtig ist.“

    „Es ist dumm, dass sie das Problem einfach ignorieren.“

    „Ich fühle mich nie allein, weil ich weiß, dass es da draußen Menschen gibt, die dafür kämpfen und daran glauben.“

    „Alles, was geschieht, geschieht aus einem bestimmten und guten Grund.“

    „Ich glaube, es ist wichtig, eine positive Einstellung zum Leben zu haben.“

  • Rosku — Finnland

    Rosku — Finnland

    Rosku ist Sound Engineer und selbstständig, stammt aus Oulu und lebt seit rund dreizehn Jahren in Helsinki. Die Arbeit mit vorwiegend finnischen Heavy-Metal-Bands bedeutet viele internationale Reisen: Mehr als hundert Tage im Jahr ist Rosku unterwegs und fliegt entsprechend häufig. Daraus entsteht ein Widerspruch, den Rosku nicht verdrängt: Die geliebte Arbeit verursacht zugleich erhebliche CO₂-Emissionen. Als Ausgleich achtet Rosku auf alltägliche Entscheidungen – wohnt in einem umweltfreundlichen Gebäude, ernährt sich vegetarisch, nutzt öffentliche Verkehrsmittel, vermeidet unnötigen Konsum und überlegt, woher Produkte kommen.

    Spürbar wurde der Klimawandel zunächst durch Veränderungen in den eigenen Kindheitserinnerungen. Rosku wurde im November geboren und erinnert sich an Geburtstage mit Schnee. Später wurde dieser immer seltener, bis sein Ausbleiben normal erschien. Eine weitere deutliche Veränderung ist die Ausbreitung von Zecken nach Nordfinnland. Als Kind konnte Rosku sich in den Wäldern um Oulu frei bewegen. Heute gehört beim Aufenthalt in der Natur auch die Sorge vor Zecken und den von ihnen übertragenen Krankheiten dazu. Auch extreme Hitze ist körperlich erfahrbar geworden: Während einer Tournee durch Frankreich und Belgien herrschten 35 Grad, und der Teer der Straße schmolz an Roskus Schuhsohlen.

    Vielleicht wäre es leichter, wenn es mir egal wäre. Aber ich muss mich kümmern, weil wir das alle müssen.

    Ich habe das Gefühl, dass ich beides bin: Teil des Problems und Teil der Lösung.

    Es macht mich traurig, wenn das Gemeinwohl den Interessen Einzelner entgegensteht und sie deshalb schlechte Entscheidungen treffen.

    Im Moment innehalten und etwas so betrachten, wie es ist.

    Das Ausmaß und die Unberechenbarkeit der Krise wirken beängstigend – insbesondere die Frage, ob die Menschheit ihren natürlichen Lebensraum erhalten kann. Traurig macht Rosku, wenn politische und wirtschaftliche Interessen wissenschaftliche Tatsachen überlagern. Besonders schwierig ist es, wenn Menschen aus Sorge um ihre Existenz Entscheidungen treffen, die dem Gemeinwohl widersprechen. Rosku sieht die eigene Verantwortung, ohne zu glauben, individuelles Handeln allein könne genügen. Auf ein eigentlich gewünschtes Auto zu verzichten, fühlt sich nicht wie eine Strafe an, sondern wie ein bewusster Beitrag.

    Trotz der Sorgen blickt Rosku hoffnungsvoll auf Technologie, wachsendes Bewusstsein und strukturelle Veränderungen: Helsinki hat ein kohlebetriebenes Heizkraftwerk geschlossen, neue Technologien entstehen, und Chinas Emissionen könnten allmählich sinken. Doch nach jedem Fortschritt folgt erneut die Frage: „Und jetzt?“ Veränderung bleibt eine fortlaufende Aufgabe.

    Wenn alles zu viel wird, kehrt Rosku zu einfachen Dingen zurück: schlafen, gut essen, sich bewegen, Freunde treffen, Kaffee trinken, Bäume, Architektur, Farben, eine schöne Tür oder eine Blume betrachten. Innezuhalten und etwas so wahrzunehmen, wie es gerade ist, schenkt neue Kraft. Eine technisch aufwendige Bühnenshow kann lange nachwirken – aber ebenso ein Samen, aus dem eine Blume wächst.

    Gute Menschen machen mir Hoffnung – Menschen, die mir in die Augen schauen, lächeln und Hallo sagen; Menschen, die ohne besonderen Grund freundlich zueinander sind.

    Was mir Hoffnung macht

    🇫🇮 Finland’s Greenhouse Gas Emissions

    Population 5.62 Million, Europe.

    Key Messages

    • Emissions: Finland emitted around 88.6 megatonnes CO2e in 2024, around 0.16% of the global total.
    • Per person: Emissions were around 15.8 tonnes per person per year, rated extremely high on a scale where any level above zero adds warming.
    • Trend: Emissions rose by around 0.093 megatonnes CO2e a year over the ten years to 2024, rather than the 4% yearly decline the world as a whole needs to achieve Net Zero in 2050 and limit warming to around 1.7 °C.
    • What drives it: CO2 made up around 86% of emissions, nitrous oxide 7.2%, methane 6.2% and F-gases 0.91%.
    • Historic responsibility: Since 1851, Finland’s emissions have produced around 8,660 megatonnes CO2e of warming impact, around 0.22% of the global total, or around 13.7 tonnes per person per year.
  • Yanda — Finnland

    Yanda — Finnland

    Yanda hat gerade die weiterführende Schule abgeschlossen und arbeitet während des Sommers in einer Eisdiele. Noch weiß sie nicht, welchen Weg sie danach einschlagen möchte, doch sie begegnet dieser Unsicherheit gelassen: Sie vertraut darauf, dass sie es herausfinden wird. Der Klimawandel hingegen begleitet sie schon, solange sie sich erinnern kann. In Finnland war er während ihrer gesamten Schulzeit regelmäßig Thema und ist deshalb immer in ihrem Hinterkopf geblieben. Wenn sie darüber nachdenkt, erscheint ihr die Zukunft weniger positiv und sie empfindet eine gewisse Belastung. Gleichzeitig setzt sie große Hoffnung in die Generation Z und die noch jüngeren Generationen, weil Umweltfragen in den Schulen offen besprochen werden.

    Eines der stärksten Bilder, die Yanda mit der Umweltzerstörung verbindet, sind die riesigen Müllinseln in den Meeren. Dass solche Inseln tatsächlich existieren, macht sie sehr traurig. Zugleich sieht sie darin eine Folge unserer gegenwärtigen Gesellschaft. Menschen, die auf solche Probleme mit konkreten Erfindungen reagieren, beeindrucken sie: Ihre Leidenschaft und ihr Wunsch, den Planeten zu schützen, empfindet Yanda als etwas Schönes.

    Es ist ein wenig belastend, aber ich hoffe auch, dass diese Generation alles besser machen wird.

    In ihrem eigenen Leben versucht sie, bewusste Entscheidungen zu treffen. Statt eines neuen Laptops kaufte sie ein aufbereitetes Gerät, das zuvor an einer finnischen Schule verwendet worden war. Sie hinterfragt den Druck, ständig das neueste Handy oder den neuesten Computer besitzen zu müssen, und den Abfall, der dadurch entsteht. Auch Kleidung kauft sie meist gebraucht oder übernimmt sie von Familienmitgliedern. Diese alltäglichen Entscheidungen machen sie stolz, obwohl ihr bewusst ist, dass individuelles Handeln allein die Krise nicht lösen kann.

    Ihre größte Kritik richtet sich an große Unternehmen – besonders dann, wenn sie Produkte als nachhaltig oder recycelt bewerben, ohne diese Versprechen einzuhalten. Dieses Greenwashing hinterlässt bei ihr ein Gefühl der Hilflosigkeit. Einzelne Menschen können recyceln und kleine Gewohnheiten verändern, doch die entscheidenden Schritte müssen ihrer Ansicht nach von der Industrie selbst kommen.

    Beim Laufen und Spazieren im Wald, beim Musikhören sowie mit ihrer Familie und ihren Hunden findet Yanda wieder ins Gleichgewicht. Die ständigen Meinungen und Konflikte in den sozialen Medien können anstrengend sein, deshalb legt sie ihr Handy bewusst weg. Sie wünscht sich, dass unterschiedliche Ansichten wieder nebeneinander bestehen können – und dass Menschen sich daran erinnern, nicht zu allem eine Meinung haben zu müssen.

    „Ich finde es wunderschön, so viel Leidenschaft dafür zu haben, unseren Planeten zu retten und solche Lösungen zu entwickeln.“

    „Die größte Veränderung muss darin bestehen, dass sich auch die großen Unternehmen wirklich um die Umwelt kümmern.“

    „Die Menschen vergessen manchmal, dass man nicht zu allem eine Meinung haben muss.“

    „Junge Menschen und ihre Erfindungen geben mir Hoffnung.“

    Was mir Hoffnung macht

    🇫🇮 Finland’s Greenhouse Gas Emissions

    Population 5.62 Million, Europe.

    Key Messages

    • Emissions: Finland emitted around 88.6 megatonnes CO2e in 2024, around 0.16% of the global total.
    • Per person: Emissions were around 15.8 tonnes per person per year, rated extremely high on a scale where any level above zero adds warming.
    • Trend: Emissions rose by around 0.093 megatonnes CO2e a year over the ten years to 2024, rather than the 4% yearly decline the world as a whole needs to achieve Net Zero in 2050 and limit warming to around 1.7 °C.
    • What drives it: CO2 made up around 86% of emissions, nitrous oxide 7.2%, methane 6.2% and F-gases 0.91%.
    • Historic responsibility: Since 1851, Finland’s emissions have produced around 8,660 megatonnes CO2e of warming impact, around 0.22% of the global total, or around 13.7 tonnes per person per year.