Moa Holmertz (22) –
Moa ist 22 Jahre alt und lebt im schwedischen Örebro. Ursprünglich zog sie dorthin, um Medizin zu studieren, erkannte jedoch, dass dieser Weg nicht der richtige für sie war. Heute beschreibt sie sich als junge Frau, die noch herauszufinden versucht, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte. Im Moment des Interviews geht es ihr gut: Die Sonne scheint, und draußen ist es warm.
Ihr Bewusstsein für den Klimawandel ist eng mit den Veränderungen der schwedischen Jahreszeiten verbunden. Sie erinnert sich an den letzten wirklichen Vargavinter – einen „Wolfswinter“ mit anhaltendem Schnee und großer Kälte – um das Jahr 2012. Seither seien die Winter deutlich milder und unbeständiger geworden: Der Schnee bleibt oft nur einige Wochen liegen, bevor er schmilzt, und die Temperaturen wechseln fortwährend zwischen Kälte und Wärme. Auch die Sommer sind unberechenbarer geworden und schwanken zwischen Hitze, Regen und kühleren Phasen.
Das erste Bild, das Moa mit dem Klimawandel verbindet, ist Feuer: brennende Wälder, Rauch am Himmel und Tiere, die um ihr Leben fliehen. Für sie gleicht diese Szenerie einer Hölle, die bereits hier und jetzt existiert. Dabei empfindet sie weniger Angst oder Trauer als vielmehr Wut. Sie ärgert sich darüber, dass die Verantwortung in der Klimabildung vor allem dem einzelnen Menschen übertragen wird – durch Recycling oder die Wahl anderer Verkehrsmittel –, während mächtige Konzerne und wohlhabende Entscheidungsträger ihrer wesentlich größeren Verantwortung nicht gerecht werden. Wenn Menschen über die notwendigen Mittel verfügen, kann sie nicht verstehen, weshalb sie diese nicht für das Richtige einsetzen.
Ein anderes Bild macht sie unmittelbar traurig: ein Eisbär auf einer winzigen Eisscholle. Moa spricht voller Bewunderung über seine Größe, Stärke und Schönheit. Gerade deshalb berührt sie seine Hilflosigkeit: Selbst ein so mächtiges Tier kann sich nicht gegen den Klimawandel und den Verlust seines Lebensraums wehren.
Gleichzeitig beobachtet Moa eine zunehmende Abstumpfung durch die ständige Wiederholung negativer Nachrichten. Irgendwann, sagt sie, hören Menschen auf zu reagieren; jede neue Katastrophe klingt wie dasselbe Lied in Endlosschleife. Deshalb wünscht sie sich mehr Berichte über Lösungen, Erfindungen und Tierpopulationen, die sich wieder erholen. Positive Nachrichten helfen ihr, sich zu entspannen, und erinnern sie daran, dass weiterhin Menschen Gutes bewirken. Dennoch sollen die schwierigen Realitäten nicht verschwiegen werden. Die Welt ist weder nur schwarz noch weiß – notwendig ist ein differenziertes Bild, in dem Fortschritte ebenso vorkommen wie Krisen.
Ihr Partner ist für Moa ein sicherer Ort, an dem sie ihrer Wut und ihrem Frust Raum geben kann. Auch die hoffnungsvolle Haltung ihres Vaters stärkt sie. Ihre abschließende Botschaft ist zugleich ermutigend und fordernd: Haltet den Kopf oben – aber wenn ihr die Möglichkeit habt, etwas Gutes zu tun, dann tut es.
Zitate
„Ich glaube, die Hölle ist ein Ort genau hier und jetzt.“
„Wenn du die Möglichkeit hast, das Richtige zu tun – warum entscheidest du dich dann nicht dafür?“
„Es ist so groß und stark, aber selbst dieses Tier kann nicht gegen den Klimawandel kämpfen.“
„Die Menschen verdienen es, auch gute Dinge zu sehen.“
„Selbst wenn es stockfinster ist, gibt es noch einige Lichtstrahlen.“
“Nicht alles ist schlecht – selbst in tiefster Dunkelheit gibt es einige Lichtblicke.”
Was mir Hoffnung macht
„Mir macht Hoffnung, dass Menschen weiterhin lernen, kämpfen und sich informieren – und dass sie bereit sind, auf die eine oder andere Weise etwas zum Positiven zu verändern.“
