Tag: Gemeinschaft

  • Clara — Österreich

    Clara — Österreich

    Clara ist acht Jahre alt und lebt in Innsbruck in Tirol. Wenn sie über den Klimawandel nachdenkt, fallen ihr zuerst Veränderungen bei den Temperaturen und beim Wetter auf. Manchmal ist es für sie viel zu heiß, dann plötzlich wieder viel zu kalt. Diese abrupten Wechsel findet sie schade und schwer verständlich.

    Wetter, Unsicherheit und Enttäuschung

    Für Clara ist der Klimawandel eng mit der Unvorhersehbarkeit des Wetters verbunden. Sie fragt sich, ob die Menschen überhaupt etwas dagegen tun können: Wie sollte man schließlich verändern, ob es regnet, hagelt, heiß oder kalt wird? Die Unterscheidung zwischen dem kurzfristigen Wetter und dem weltweiten Klima ist für sie noch schwer zu fassen.

    Greifbar wird diese Unsicherheit, wenn das Wetter Pläne durchkreuzt, auf die sie sich gefreut hat. Schwimmen, draußen spielen oder länger am Baggersee bleiben – all das kann plötzlich nicht mehr möglich sein, weil es regnet oder hagelt. Clara erzählt von ihrer Enttäuschung, als ein geplanter Nachmittag am Baggersee mit Besuch aus Liechtenstein verkürzt werden musste. Sie hatte sich darauf gefreut, die Gäste kennenzulernen und mehr Zeit mit ihnen zu verbringen.

    Gleichzeitig nimmt Clara auch angenehmes Wetter bewusst wahr. Sie mag Tage, an denen es weder zu heiß noch zu kalt ist und man sich draußen wohlfühlen kann.

    Reden macht es besser

    Clara unterhält sich häufig mit ihrer Mutter, die Geografie und Geschichte unterrichtet, und mit ihrer älteren Schwester Magdalena. Sie sprechen über Dinge, die ihnen am Herzen liegen, aber auch über Themen, die sie seltsam oder „dumm“ finden. Clara schätzt diese Gespräche, auch wenn sie nicht immer genau benennen kann, welches Gefühl dabei entsteht. Sie weiß jedoch, dass es ihr hilft, über schwierige Dinge zu reden, und dass sie sich dadurch etwas besser anfühlen.

    Zitate

    „Manchmal ist es viel zu heiß, und dann auf einmal wird es viel zu kalt. Das ist voll schade.“

    „Wie soll das gehen, dass man das Wetter verändert? Das geht ja gar nicht.“

    „Man kann nicht genau wissen, was für ein Tag es wird.“

    „Heute ist es fein. Es ist nicht zu warm und nicht zu kalt.“

    Hoffnung

    „Wenn man darüber redet, wird es besser.“

  • Jule — Deutschland

    Jule — Deutschland

    Jule ist Mutter von zwei Kindern, wird bald heiraten und arbeitet als pädagogische Leitung in einem Gehörlosenverband. Sie reist gerne und macht Yoga, auch wenn ihr Familienalltag momentan nur wenig Zeit für ihre vielen Interessen lässt.

    Der Klimawandel ist für Jule schwer zu greifen. Am deutlichsten begegnet er ihr in alltäglichen Entscheidungen und den Diskussionen darüber. Ein Beispiel ist das Fliegen: Ihr sind die Auswirkungen bewusst, doch eine Zugreise ist häufig erheblich teurer – besonders für eine Familie. Dadurch gerät sie zwischen persönliche Wünsche, finanzielle Möglichkeiten und ein wachsendes schlechtes Gewissen. Dass die klimafreundlichere Möglichkeit oft die weniger leistbare ist, empfindet sie als falsch.

    Man hat schon ein schlechtes Gewissen mittlerweile.

    Unmittelbarer nimmt sie die Veränderungen durch das Verschwinden der Winter wahr, die sie aus ihrer Kindheit kennt. In Rosenheim spielte sie in großen Schneebergen und baute Iglus. Heute rieselt es manchmal nur noch ein wenig. Das prägt auch die Diskussionen in ihrer Familie über Skifahren und künstliche Beschneiung. Jule versteht die Kritik, doch das Skifahren gehört für sie zu ihrer Kindheit und zu der Region, in der sie aufgewachsen ist. Sie möchte, dass ihre Kinder es lernen, solange es noch möglich ist, und eigene Erinnerungen daran entwickeln können.

    Obwohl ihr die Zukunft Sorgen bereitet, möchte Jule nicht, dass diese Unsicherheit bereits die Gegenwart ihrer Kinder bestimmt. Sie werden sich zwangsläufig auf veränderte Bedingungen einstellen müssen. Die Angst davor soll sie jedoch nicht daran hindern, jetzt eine schöne Kindheit zu erleben.

    Die ständige Flut negativer Nachrichten macht Jule wütend und frustriert sie – besonders wenn ihr politische Entscheidungen unlogisch erscheinen und die eigenen Einflussmöglichkeiten begrenzt wirken. Deshalb schränkt sie ihren Medienkonsum bewusst ein und informiert sich gezielt. Ihre knappe Zeit und Energie investiert sie lieber in ihre Kinder und in ein stabiles Familienleben.

    Ihre Karten spiegeln diese Spannung wider. „Ups“ steht für Momente, in denen ihr plötzlich die Klimawirkung von etwas bewusst wird, das sie gerne tut. „Gruselig“ sind die möglichen Entwicklungen, besonders mit Blick auf ihre Kinder und spätere Generationen. Mit „nicht so schlimm“ versucht sie zugleich darauf zu vertrauen, dass Menschen umdenken und andere Wege finden werden.

    Mir geht es darum, dass meine Kinder eine schöne Kindheit haben – jetzt und nicht erst in zehn Jahren.

    Hoffnung macht mir, dass man sich ein Umfeld aufbaut, in dem es einem gut geht, egal was passiert – mit seinen Menschen, seiner Familie. In einem Wort: Liebe.

    Was macht mir Hoffnung?

    🇩🇪 Germany’s Greenhouse Gas Emissions

    Population 84.55 Million, Europe.

    Key Messages

    • Emissions: Germany emitted around 669 megatonnes CO2e in 2024, about 1.17% of the global total.
    • Per person: Emissions were around 7.9 tonnes per person per year in 2024, rated very high on a scale where any level above zero adds warming.
    • Trend: Germany’s emissions fell by around 30 megatonnes CO2e a year, or 3.69% yearly, over the ten years to 2024-slower than the 4% yearly global decline needed for Net Zero in 2050 and around 1.7 °C warming.
    • What drives it: CO2 makes up 85% of Germany’s emissions, methane 8.3%, nitrous oxide 4.8% and F-gases 1.5%.
    • Historic responsibility: Since 1851, Germany’s emissions have produced around 112,000 megatonnes CO2e of warming impact, about 2.87% of the global total, averaging around 10.1 tonnes per person per year-rated extremely high.
  • Laura — Deutschland

    Laura — Deutschland

    Laura ist Lehrerin für Englisch und Musik am Gymnasium und erst vor Kurzem nach Landshut gezogen. Der Klimakrise begegnet sie mit gemischten Gefühlen, insbesondere mit Frustration, Skepsis und Ohnmacht. Schon während ihres Studiums versuchte sie, umweltbewusst zu leben, sich entsprechend zu ernähren und im Bioladen einzukaufen. Gleichzeitig wurde ihr zunehmend bewusst, dass das Handeln Einzelner nicht ausreicht. Die Bewältigung der Klimakrise müsste für sie ein Gemeinschaftsprojekt sein.

    Im Alltag gelingt es Laura häufig, das Thema zu verdrängen. Durch Nachrichten und wahrnehmbare Veränderungen in der Natur rückt es jedoch immer wieder in ihr Bewusstsein und wird auf Dauer schwer ausblendbar. Sie ist skeptisch, ob die Menschheit rechtzeitig entschlossen handeln wird. Zugleich traut sie Menschen grundsätzlich zu, außergewöhnliche Dinge zu erfinden, zu lernen und Lösungen zu entwickeln. Fortschritte wie der wachsende Anteil an Ökostrom in Deutschland stimmen sie etwas zuversichtlich; dennoch fürchtet sie, dass die Veränderungen zu langsam erfolgen, um eine Katastrophe zu verhindern.

    Wenn sie unmittelbar über die Krise nachdenkt, entstehen Ungeduld und Nervosität. Sie ärgert sich darüber, dass Menschen an vertrauten und bequemen Gewohnheiten festhalten, etwa beim Autofahren im ländlichen Bayern. Dabei erhebt sie sich nicht über andere: Auch bei sich selbst beobachtet sie, dass Stress zu weniger nachhaltiger Ernährung oder einer schnelleren Entscheidung für das Auto führt. Sie sieht alle in einem Strudel aus Alltag, Bequemlichkeit und festgefahrenen Strukturen.

    Mit der Karte „schwindelig“ verbindet Laura die kaum überschaubare Informationsmenge und die Schwierigkeit, einzuordnen, was tatsächlich gefährlich, skandalös oder relevant ist. Die Klimakrise desorientiert sie emotional ebenso wie auf der Ebene der Fakten. „Müde“ steht für ihre Erschöpfung angesichts der Leugnung des Klimawandels und politischer Narrative, besonders von rechten Bewegungen, die durch ständige Wiederholung normalisiert werden. Trotzdem wählte sie auch eine positivere Karte mit einem zufriedenen Menschen. Selbst wenn es möglicherweise erst eine schwere Krise braucht, um die Menschheit aufzurütteln, hält sie gemeinschaftliches Handeln für möglich. Die Corona-Krise hat ihr gezeigt, dass in Krisen auch Zusammenarbeit und gute Lösungen entstehen können.

    Zitate

    „Vor allem auch dieses Gefühl, dass man selber nur so ein Kiesel unter vielen ist.“

    „Die meiste Zeit würde ich eher sagen, man verdrängt es recht gut.“

    „Ich wünschte mir, ich könnte da optimistischer sein.“

    „Es geht nicht alles schnell genug, die Menschen kommen nicht schnell genug in die Gänge.“

    „Also dieses Gefühl der Ohnmacht, das Gefühl, man weiß gar nicht, wo einem der Kopf steht.“

    “Mehr Mut zum Wandel.”

    Was macht dir Hoffnung?

    „Ich glaube, die Menschen haben das Handwerkszeug. Und ich glaube, dass wir Krisen überstehen können.“

    🇩🇪 Germany’s Greenhouse Gas Emissions

    Population 84.55 Million, Europe.

    Key Messages

    • Emissions: Germany emitted around 669 megatonnes CO2e in 2024, about 1.17% of the global total.
    • Per person: Emissions were around 7.9 tonnes per person per year in 2024, rated very high on a scale where any level above zero adds warming.
    • Trend: Germany’s emissions fell by around 30 megatonnes CO2e a year, or 3.69% yearly, over the ten years to 2024-slower than the 4% yearly global decline needed for Net Zero in 2050 and around 1.7 °C warming.
    • What drives it: CO2 makes up 85% of Germany’s emissions, methane 8.3%, nitrous oxide 4.8% and F-gases 1.5%.
    • Historic responsibility: Since 1851, Germany’s emissions have produced around 112,000 megatonnes CO2e of warming impact, about 2.87% of the global total, averaging around 10.1 tonnes per person per year-rated extremely high.
  • Maksym — Tschechien

    Maksym — Tschechien

    Maksym Kintor (20) – Tschechische Republik

    Maksym reagiert auf den Gedanken an den Klimawandel zunächst mit Angst. Er verbindet ihn vor allem mit negativen Entwicklungen und der Möglichkeit, dass seine Folgen das Leben der Menschen eines Tages massiv beeinträchtigen werden. Dabei denkt er an schmelzendes Eis, knapper werdende Ressourcen, steigende Preise und sogar an Überschwemmungen. Obwohl er nicht genau weiß, was die Zukunft bringen wird, ist er davon überzeugt, dass der Klimawandel real ist und sich die Situation verschlechtert.

    Etwa mit sechzehn begann er, sich bewusster mit dem Thema auseinanderzusetzen. In dieser Zeit dachte er auch intensiver über die Gesellschaft, seine Beziehungen zu anderen Menschen und seinen eigenen Platz in der Welt nach. Ihm wurde klar, dass persönliche Handlungen eine Bedeutung haben und er mit den ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten etwas beitragen möchte. Er begann, Plastik, Papier und Glas zu trennen, und versucht heute, beim Einkaufen unnötige Verpackungen zu vermeiden. Wie viel diese Handlungen tatsächlich bewirken, kann er nicht einschätzen. Dennoch ist es ihm wichtig, sich zu beteiligen und seinen eigenen Beitrag zu leisten.

    Damit verbunden ist eine zunehmende Unabhängigkeit von den Meinungen anderer. Maksym ist stolz darauf, nach seinen eigenen Überzeugungen zu handeln, selbst wenn Menschen in seinem Umfeld anderer Ansicht sind. Sein Vater sieht beispielsweise keinen Sinn in der Mülltrennung und argumentiert, der Abfall lande am Ende ohnehin am selben Ort. Maksym hält trotzdem daran fest, weil er glaubt, dass es helfen könnte. Gleichzeitig kann ihn das Ausmaß der Krise verängstigen: Milliarden von Menschen stehen einem einzelnen Menschen gegenüber, der nicht alles verändern kann.

    Arbeit, Sport, Treffen mit Freunden und Familie sowie andere alltägliche Verpflichtungen richten seine Aufmerksamkeit meist auf das unmittelbar vor ihm Liegende. Dadurch denkt er nicht ständig über globale Probleme nach und schützt sich davor, zu tief in Angst oder Verzweiflung zu geraten. Mit nahestehenden Menschen spricht er kaum über den Klimawandel. Da er in einem eher konservativen Umfeld aufgewachsen ist, in dem Menschen ihre Meinungen und Gefühle häufig für sich behalten, hat auch er sich daran gewöhnt, solche Gedanken nicht auszusprechen.

    Die ausgewählten Gefühlskarten spiegelten diese innere Spannung wider. „Ich bin stolz“ stand für seine Entscheidung, den eigenen Überzeugungen zu folgen. Eine weitere Karte drückte sein Bedürfnis aus, angesichts der unkontrollierbaren Entwicklungen nicht depressiv zu werden. „Ich war es nicht“ verwies auf die beruhigende Gewissheit, zumindest selbst zu versuchen, den eigenen Anteil am Problem zu verringern. Andere Menschen direkt mit ihrem Verhalten zu konfrontieren, vermeidet Maksym aus Angst vor aggressiven Reaktionen; als Aktivisten betrachtet er sich nicht. Das offene Gespräch während des Interviews ließ ihn dennoch leichter, positiver und weniger belastet zurück. Mehr Offenheit, Gemeinschaft und der Mut, persönliche Meinungen und Gefühle auszudrücken, könnten aus seiner Sicht dabei helfen, der Krise gemeinsam zu begegnen.

    Zitate

    „Alles, was ich tue, ist von Bedeutung. Deshalb möchte ich die Dinge besser machen und etwas Positives bewirken.“

    „Ich glaube, dass es helfen kann, wenn ich den Müll trenne.“

    „Ich bin stolz darauf, diese Haltung entwickelt zu haben: Ich werde tun, was ich für richtig halte.“

    Ich bin stolz darauf, dass ich zu der Überzeugung gelangt bin: Ich werde tun, was ich für richtig halte.

    „Ich habe Angst, laut auszusprechen, was ich wirklich denke.“

    Was mir Hoffnung macht

    „Ich glaube noch immer an die Menschen. Die richtigen Menschen für mein Umfeld auswählen zu können – das gibt mir Hoffnung.“

  • Paul — Polen

    Paul — Polen

    Paul erlebt den Klimawandel weniger als eine plötzliche Erkenntnis denn als etwas, das allmählich Teil seines alltäglichen Bewusstseins geworden ist. Einen bestimmten Moment, in dem ihm die Realität des Klimawandels erstmals bewusst wurde, kann er nicht benennen; seine Sorge entwickelte sich vielmehr organisch. Besonders beunruhigt ihn die gesellschaftliche Richtung. Er beobachtet, wie stark sich Menschen auf Geld, Unternehmen, Konsum und gesellschaftlichen Status konzentrieren, während die möglichen Folgen ihres Handelns zu wenig Beachtung finden. Sein stärkstes Klimagefühl ist Angst – das Gefühl, dass die Entwicklung nicht in die richtige Richtung geht und viele Menschen den Ernst der Lage weiterhin nicht wahrnehmen.

    Ich mache mir Sorgen, dass die Menschen dem Klimawandel keine Aufmerksamkeit schenken.

    Wenn diese Angst aufkommt, versucht Paul meist, sich abzulenken und zu beruhigen. Eine feste Strategie hat er nicht. Werden die Gefühle jedoch zu überwältigend, helfen ihm Atemübungen. Auch Meditation und eine Achtsamkeits-App haben ihn zeitweise unterstützt. Diese Übungen lösen die zugrunde liegende Sorge nicht auf, geben ihm aber eine Möglichkeit, mit belastenden Emotionen umzugehen, ohne vollständig von ihnen eingenommen zu werden.

    Wenn es zu überwältigend wird, versuche ich es mit Atemübungen.

    Was macht mir Hoffnung?

    Die Menschen, denen ich begegne, geben mir Hoffnung, dass wir nicht verloren sind – und dass es vielleicht mit jeder nächsten Generation besser wird.

    Die drei von Paul gewählten Karten – „Let’s go“, „Always me“ und „Everything is fine“ – ergeben für ihn eine chronologische Geschichte. „Always me“ steht für die Erfahrung, schwierige Erlebnisse aus seiner Vergangenheit selbst aufarbeiten zu müssen. Seit zwei oder drei Jahren geht er zur Therapie und stellt sich diesen Erfahrungen, auch wenn diese Arbeit nicht leicht ist. „Everything is fine“ beschreibt den Gegensatz zwischen seinem Auftreten nach außen und den Gefühlen, die er in sich trägt.

    „Let’s go“ steht für Bewegung und die Möglichkeit eines Neuanfangs. Paul überlegt, seine erschöpfende Homeoffice-Arbeit in der IT aufzugeben und in den Betrieb des Partners seiner Mutter einzusteigen. Dort könnte er etwas mitgestalten, auf das er unmittelbar Einfluss hat. Diese berufliche Veränderung verbindet er auch mit Verantwortung für das Klima: Er könnte mitentscheiden, welche Materialien verwendet werden, mit wem das Unternehmen zusammenarbeitet und ob diese Geschäftspartner verantwortungsvoll handeln. Ihm geht es nicht darum, ein Imperium aufzubauen, sondern etwas zu schaffen, das funktioniert, Freude macht und ein stabiles Leben ermöglicht.

    Hoffnung findet Paul vor allem in den Menschen, denen er heute begegnet. Ihre Intelligenz, ihre Werte und ihre Entscheidungen bilden einen Gegenpol zu seinem früheren sozialen Umfeld. Sie zeigen ihm, dass die Menschheit vielleicht noch nicht verloren ist und sich mit jeder neuen Generation etwas zum Besseren verändern kann.

    Ich versuche, zu lächeln, mit anderen Menschen in Ordnung zu sein und nicht zu viele Gefühle zu zeigen. Aber in mir kocht alles.

    🇵🇱 Poland’s Greenhouse Gas Emissions

    Population 38.54 Million, Europe.

    Key Messages

    • Emissions: Poland emitted around 337 megatonnes CO2e in 2024, or 0.59% of the global total.
    • Per person: In 2024, Poland emitted around 8.7 tonnes per person per year, rated very high on a scale where any level above zero adds warming.
    • Trend: Poland’s emissions fell by around 1.1% a year over the ten years to 2024, slower than the 4% yearly decline the world as a whole needs to achieve Net Zero in 2050 and limit warming to around 1.7 °C.
    • What drives it: CO2 made up around 78% of emissions, methane 13%, nitrous oxide 8% and F-gases 1.7%.
    • Historic responsibility: Since 1851, Poland’s emissions have produced around 41,100 megatonnes CO2e of warming impact, 1.05% of the global total, averaging around 8.5 tonnes per person per year and rated very high.
  • Marian — Polen

    Marian — Polen

    Marian erlebt den Klimawandel vor allem durch die zunehmende Unberechenbarkeit und Heftigkeit des Wetters. Auf Vorhersagen sei immer weniger Verlass, wodurch Reisen und andere Vorhaben schwieriger zu planen werden. Was zunächst nach schönem Wetter aussieht, kann sich plötzlich völlig anders entwickeln. Für ihn ist diese Unsicherheit ein deutliches Zeichen dafür, dass vertraute Abläufe auseinanderbrechen.

    In Wrocław, wo er lebt, sind Stürme und Überschwemmungen zu einer konkreten Bedrohung geworden. Innerhalb kürzester Zeit fallen heute große Regenmengen, die der Boden nicht mehr aufnehmen kann. Das Wasser fließt stattdessen direkt in die Flüsse und erhöht die Hochwassergefahr. Regen, früher ein gewöhnliches Wetterereignis, ist dadurch emotional aufgeladen: Sobald es zu regnen beginnt, entsteht bereits die Angst, dass die eigenen Häuser überflutet werden könnten.

    Wenn es zu regnen beginnt, bekommen wir bereits Angst, dass es eine Überschwemmung geben wird.

    Wir können eigentlich nichts mehr richtig planen. Das Wetter ändert sich plötzlich.

    Auch die Veränderung der Jahreszeiten nimmt Marian deutlich wahr. Früher war die Region für ihre schneereichen Winter bekannt, heute fällt nur noch sehr wenig Schnee. Diese Veränderungen wirken sich für ihn nicht nur auf die Umwelt, sondern auch auf das persönliche Wohlbefinden aus. Der Verlust von Berechenbarkeit, vertrauten Jahreszeiten und Sicherheit löst bei ihm überwiegend negative Gefühle aus.

    Der Klimawandel beeinflusst zudem seine Begegnungen mit anderen Menschen. Gespräche mit Personen, die den Klimawandel oder seine Auswirkungen bestreiten, empfindet Marian als schwierig. Dabei entsteht Distanz, weil es ihm kaum möglich erscheint, sie von dem zu überzeugen, was er selbst in seiner Umgebung beobachtet.

    Die ausgewählten Gefühlskarten zeigen verschiedene Seiten seines Erlebens. Das Herz steht für Liebe und gegenseitige Fürsorge: Wenn Menschen einander lieben, so Marian, verletzen sie sich nicht. Das ernste, grimmige Gesicht vermittelt ihm Negativität und hält ihn davon ab, auf die dargestellte Person zuzugehen. Das verängstigte Gesicht wiederum verkörpert unmittelbar jene Angst und jenen Schrecken, die er mit dem Klimawandel verbindet. Diesen Gefühlen stellt er mit dem Herzen eine positive menschliche Haltung gegenüber.

    Hoffnung verbindet Marian mit gemeinsamer Verantwortung und konkreten persönlichen Entscheidungen. Als eigenen Beitrag nennt er den Kauf eines Hybridautos. Verbesserungen hält er für möglich, wenn mehr Menschen Umweltverschmutzung vermeiden, weniger Plastik und Chemikalien verwenden und sich stärker für natürliche Alternativen entscheiden.

    Wenn Menschen einander lieben, verletzen sie sich nicht.

    Ich hoffe, dass schließlich die meisten Menschen beginnen werden, etwas Positives für das Klima auf der Erde zu tun – weniger zu verschmutzen, weniger Plastik und Chemikalien zu verwenden und sich stärker für natürliche Alternativen zu entscheiden.

    Früher gab es sehr viel Schnee. Und heute gibt es keinen Schnee mehr.

    🇵🇱 Poland’s Greenhouse Gas Emissions

    Population 38.54 Million, Europe.

    Key Messages

    • Emissions: Poland emitted around 337 megatonnes CO2e in 2024, or 0.59% of the global total.
    • Per person: In 2024, Poland emitted around 8.7 tonnes per person per year, rated very high on a scale where any level above zero adds warming.
    • Trend: Poland’s emissions fell by around 1.1% a year over the ten years to 2024, slower than the 4% yearly decline the world as a whole needs to achieve Net Zero in 2050 and limit warming to around 1.7 °C.
    • What drives it: CO2 made up around 78% of emissions, methane 13%, nitrous oxide 8% and F-gases 1.7%.
    • Historic responsibility: Since 1851, Poland’s emissions have produced around 41,100 megatonnes CO2e of warming impact, 1.05% of the global total, averaging around 8.5 tonnes per person per year and rated very high.
    • 🇵🇱 Poland’s Greenhouse Gas Emissions

      Population 38.54 Million, Europe.

      Key Messages

      • Emissions: Poland emitted around 337 megatonnes CO2e in 2024, or 0.59% of the global total.
      • Per person: In 2024, Poland emitted around 8.7 tonnes per person per year, rated very high on a scale where any level above zero adds warming.
      • Trend: Poland’s emissions fell by around 1.1% a year over the ten years to 2024, slower than the 4% yearly decline the world as a whole needs to achieve Net Zero in 2050 and limit warming to around 1.7 °C.
      • What drives it: CO2 made up around 78% of emissions, methane 13%, nitrous oxide 8% and F-gases 1.7%.
      • Historic responsibility: Since 1851, Poland’s emissions have produced around 41,100 megatonnes CO2e of warming impact, 1.05% of the global total, averaging around 8.5 tonnes per person per year and rated very high.
  • Saulius — Litauen

    Saulius — Litauen

    Saulius Bagdonavičius (53) – beschreibt sich zunächst und vor allem als Mensch. Er wurde unweit des litauischen Dorfes geboren, in dem er heute lebt und eine historische Station für Reisende mit Wohnmobilen, Fahrrädern oder zu Fuß betreibt. Bevor die Pandemie seine Reisen unterbrach, hatte er etwa fünfzig Länder bereist – mit dem Fahrrad, per Anhalter, auf Skiern, mit Zügen und Flugzeugen. Das Reisen hat seinen Blick auf die Welt geprägt und ihn gelehrt, der eigenen Erfahrung mehr zu vertrauen als ausschließlich vermittelten Bildern.

    Den Klimawandel nahm Saulius vor etwa zwanzig oder dreißig Jahren bewusst wahr. Früher waren die Winter in Litauen kälter, mit tiefem Schnee und Temperaturen von minus zwanzig Grad. Im vergangenen Winter gab es dagegen nur sechs Tage mit Minusgraden. Auch im umliegenden Wald sterben zunehmend Bäume, was er mit den wärmeren Wintern verbindet. Einerseits empfindet er es als angenehm, weniger heizen zu müssen; zugleich ist für ihn klar, dass diese Veränderung weder normal noch gut für die Natur ist.

    Im Freundeskreis wird über das Klima gesprochen, doch seit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat der Krieg das Thema in Litauen weitgehend verdrängt. Saulius weiß nicht, was die Zukunft bringen wird, und misstraut großen Konzernen, deren Entscheidungen vor allem von wirtschaftlichen Interessen bestimmt werden. Dennoch beschreibt er sich nicht als wütend. Auch unbequeme Realitäten zu sehen, gehört für ihn dazu, die Welt zu verstehen.

    Sein Zuhause zeigt seine Verbundenheit mit der Natur: Hunderte Bäume, fünfzig Apfelbäume und zahlreiche Vögel machen den Ort zu einer kleinen Insel im Dorf. Einige Bereiche gehören den Menschen, andere der Natur – und beide müssen miteinander geteilt werden. Bei der Kartenübung spricht ihn besonders die leere Karte an. Sie steht für Einfachheit, Offenheit und die menschliche Fähigkeit, etwas zu erschaffen. Kindern möchte Saulius früh vermitteln, dass sie keine Maschinen oder Roboter sind, sondern ihr Leben gestalten können, sobald sie verstehen, was sie wirklich wollen.

    Statt sich von einer ungewissen Zukunft überwältigen zu lassen, konzentriert er sich darauf, was heute getan werden kann. Seine persönliche Übung besteht darin, nur einen Meter weit zu schauen und sich um das zu kümmern, was in diesem unmittelbaren Bereich liegt. Im größeren Maßstab könnten seiner Ansicht nach auch Konzerne vieles verändern – wenn sie es wirklich wollten. Was die Menschheit am dringendsten braucht, sind für ihn neue Verbindungen und Freundlichkeit. Ohne sie werden sich die Dinge in eine schlechte Richtung entwickeln.

    Ausgewählte Zitate

    „Durch das Fernsehen kann man die Wirklichkeit nicht verstehen.“

    „Wir sind keine Roboter, wir sind keine Maschinen. Wir können etwas erschaffen.“

    „Man muss nicht in die Ferne schauen, sondern nur einen Meter weit – dann wird das Leben einfacher.“

    „Wir müssen uns wieder miteinander verbinden. Wenn wir nicht freundlich sind, wird sich alles in eine schlechte Richtung entwickeln.“

    Was mir Hoffnung macht

    „Meine Hoffnung ist, dass wir kluge Menschen für die Regierung wählen und die Regierungen sich für den richtigen Weg entscheiden.“

  • Darja — Estland

    Darja — Estland

    “Menschen machen mir Hoffnung. Die meisten sind sehr entschlossen, wenn ihnen etwas wirklich wichtig ist. Wenn wir uns alle irgendwie zusammenschließen, können wir vielleicht etwas bewirken.“

    Darja Dementjeva (18) – hat gerade die Schule abgeschlossen und bereitet sich auf ihr Studium vor. Für sie ist der Klimawandel eine wissenschaftlich belegte Realität, die den Planeten bereits schwerwiegend verändert – auch wenn die Folgen in Estland noch nicht so kritisch erscheinen wie in anderen Ländern. Sie erkennt sie an zunehmend heißen und feuchten Sommern, sprunghaft wechselndem Wetter und Wintern mit deutlich weniger Schnee. Aus ihrer Kindheit erinnert sie sich an meterhohen Schnee; heute bleibt davon oft nur noch wenig. Durch die Medien, Greta Thunbergs Aktivismus und eine Countdown-Uhr bis zum Eintreten unumkehrbarer Schäden wurde sie erstmals bewusst auf die Klimakrise aufmerksam. Später verband sie diese Warnungen mit ihren eigenen Beobachtungen.

    Der persönlichste Konflikt entsteht in ihrer Familie. Darjas Eltern halten den Klimawandel für erfunden und glauben nicht, dass Estland davon betroffen ist. Sie hat aufgehört, mit ihnen darüber zu sprechen, weil sie erwartet, dass sie ihre Haltung erst ändern werden, wenn etwas „Großes und Massives“ geschieht. Ihr Unverständnis richtet sich besonders gegen Menschen, die wissenschaftliche Erkenntnisse ignorieren, nur weil sie selbst die Konsequenzen noch nicht unmittelbar erleben. Anderen versucht sie ihre Sichtweise zu erklären – wollen sie ihr jedoch nicht zuhören, beendet sie das Gespräch.

    Trotz dieser Distanz fühlt Darja sich nicht allein. Online-Communitys, Aktivist:innen und Menschen mit ähnlichen Überzeugungen zeigen ihr, dass andere für Veränderungen kämpfen. Positives erkennt sie auch in Estlands Recycling-System und den strengeren Regelungen: Die Menschen werden stärker dazu angehalten, Abfälle zu trennen und Verantwortung zu übernehmen.

    Gleichzeitig verdrängen Kriege und die Angst vor einem größeren globalen Konflikt die Klimakrise aus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Darja glaubt, dass weniger darüber gesprochen wird, solange Menschen fürchten, bombardiert zu werden. Wenn sie über die Zukunft spricht, wechseln sich düsterer Fatalismus, trockener Humor und beinahe trotziger Optimismus ab. Auch ihre Karten spiegeln diese Spannung: Rot steht für ihre Lieblingsfarbe, aber ebenso für ihre Neigung, sich zurückzuhalten und für sich zu bleiben. Die anderen Karten verkörpern ihre Überzeugung, dass alles aus einem bestimmten und letztlich guten Grund geschieht, dass sich die Dinge vielleicht doch fügen und dass eine positive Lebenseinstellung wichtig bleibt – selbst wenn die Welt sich zu zerstören scheint.

    „Ich spreche das Thema manchmal an, weil ich glaube, dass es wichtig ist.“

    „Es ist dumm, dass sie das Problem einfach ignorieren.“

    „Ich fühle mich nie allein, weil ich weiß, dass es da draußen Menschen gibt, die dafür kämpfen und daran glauben.“

    „Alles, was geschieht, geschieht aus einem bestimmten und guten Grund.“

    „Ich glaube, es ist wichtig, eine positive Einstellung zum Leben zu haben.“

  • Sara — Finnland

    Sara — Finnland

    Man ist weiterhin ein handelnder Mensch, kann Entscheidungen treffen, etwas beginnen und sein Bestes tun.

    Sara ist mit einer Freundin von Finnland nach Oslo unterwegs und legt den größten Teil der Reise per Anhalter zurück. Erste Veränderungen des Klimas bemerkte sie ungefähr im Alter von zehn Jahren, noch bevor sie wusste, wie sie diese benennen sollte: Die Winter wirkten nasser, und zu Weihnachten lag manchmal kein Schnee. Später wurde der Klimawandel regelmäßig in der Schule behandelt, besonders im Englisch- und Schwedischunterricht. Da Sara nicht in einer Großstadt aufwuchs und ihre Familie nur selten Nachrichten sah, kam sie zunächst weniger mit Klimabewegungen in Berührung.

    Wenn sie sich die Zukunft vorstellt, sieht sie Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, weil das Leben dort unerträglich wird. Vor ihrem inneren Auge entstehen große Bewegungen von Klimaflüchtlingen nach Europa, sich ausbreitende Wüsten, schmelzende Gletscher und immer zerstörerischere Wetterereignisse. Diese Bilder lösen Stress und ein unübersichtliches, aufgewühltes Gefühl aus, zugleich aber auch eine gewisse Energie: die Frage, was getan werden muss, wenn sich die Folgen weiter verschärfen. Katastrophenbilder können ihrer Ansicht nach durch ihre ständige Wiederholung abstumpfen. Umso wichtiger sind für sie positive Beispiele und Orte mit gesunder, lebendiger Natur. Dort wird unmittelbar spürbar, was erhalten werden sollte. Das vermittelt ihr Frieden, Sicherheit und das Gefühl, dass es weiterhin eine Zukunft gibt.

    Ich schöpfe Hoffnung daraus, dass das Leben nachwächst, sich erholt und mich überrascht – selbst dort, wo etwas beschädigt wurde, entsteht immer wieder neues Leben.

    Was mir Hoffnung macht

    Dieses Bewusstsein beeinflusst Saras Alltag. Sie vermeidet unnötige Autofahrten, fährt per Anhalter und kauft fast nie neue Dinge. Selbst wenn sie etwas braucht, denkt sie darüber nach, wer es unter welchen Bedingungen hergestellt hat. Sie möchte einen möglichst kleinen negativen Fußabdruck hinterlassen, erlebt dabei jedoch auch Schuldgefühle. Ihre Eltern teilen viele dieser Werte und ernähren sich, auch durch den Einfluss von Sara und ihrer Schwester, zunehmend vegan. Gleichzeitig waren es ihre Eltern, die ihr ursprünglich die tiefe Verbundenheit mit der Natur vermittelt haben.

    In der Schulzeit führten Klimafragen zu Diskussionen und Konflikten. Sara wird bisweilen noch immer wütend, versucht aber zu verstehen, von welchem Ausgangspunkt andere Menschen handeln und welcher Druck hinter Konsum oder dem Wunsch nach Zugehörigkeit stehen kann. Gegenüber politischem Aktivismus ist sie unsicher; ihre Haltung drückt sie momentan vor allem durch persönliche Entscheidungen aus. Sie erkennt, dass sie Verantwortung manchmal vermeidet, weiß aber zugleich, dass sie handeln, etwas beginnen und ihr Möglichstes tun kann.

    Das Vogelhausfestival ihres Onkels steht für die Form des Engagements, die Sara ermutigt: Menschen bauen gemeinsam Vogelhäuser, hören Musik und bringen die Häuser in den Wald. Verantwortung für die Natur wird dadurch konkret, gemeinschaftlich und freudvoll. Auch die Natur selbst schenkt ihr Kraft. Ein Wald kann für sie wie ein begehbares Kunstwerk sein. Selbst wenn ihre Gedanken schwer bleiben, kann ihr Körper die Schönheit eines Sonnenuntergangs oder einer Landschaft noch wahrnehmen. Ebenso wichtig ist ihr echte menschliche Verbundenheit.

    Ich versuche, einen möglichst kleinen negativen Fußabdruck zu hinterlassen.

    🇫🇮 Finland’s Greenhouse Gas Emissions

    Population 5.62 Million, Europe.

    Key Messages

    • Emissions: Finland emitted around 88.6 megatonnes CO2e in 2024, around 0.16% of the global total.
    • Per person: Emissions were around 15.8 tonnes per person per year, rated extremely high on a scale where any level above zero adds warming.
    • Trend: Emissions rose by around 0.093 megatonnes CO2e a year over the ten years to 2024, rather than the 4% yearly decline the world as a whole needs to achieve Net Zero in 2050 and limit warming to around 1.7 °C.
    • What drives it: CO2 made up around 86% of emissions, nitrous oxide 7.2%, methane 6.2% and F-gases 0.91%.
    • Historic responsibility: Since 1851, Finland’s emissions have produced around 8,660 megatonnes CO2e of warming impact, around 0.22% of the global total, or around 13.7 tonnes per person per year.
  • Moa — Schweden

    Moa — Schweden

    Moa Holmertz (22) –

    Moa ist 22 Jahre alt und lebt im schwedischen Örebro. Ursprünglich zog sie dorthin, um Medizin zu studieren, erkannte jedoch, dass dieser Weg nicht der richtige für sie war. Heute beschreibt sie sich als junge Frau, die noch herauszufinden versucht, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte. Im Moment des Interviews geht es ihr gut: Die Sonne scheint, und draußen ist es warm.

    Ihr Bewusstsein für den Klimawandel ist eng mit den Veränderungen der schwedischen Jahreszeiten verbunden. Sie erinnert sich an den letzten wirklichen Vargavinter – einen „Wolfswinter“ mit anhaltendem Schnee und großer Kälte – um das Jahr 2012. Seither seien die Winter deutlich milder und unbeständiger geworden: Der Schnee bleibt oft nur einige Wochen liegen, bevor er schmilzt, und die Temperaturen wechseln fortwährend zwischen Kälte und Wärme. Auch die Sommer sind unberechenbarer geworden und schwanken zwischen Hitze, Regen und kühleren Phasen.

    Das erste Bild, das Moa mit dem Klimawandel verbindet, ist Feuer: brennende Wälder, Rauch am Himmel und Tiere, die um ihr Leben fliehen. Für sie gleicht diese Szenerie einer Hölle, die bereits hier und jetzt existiert. Dabei empfindet sie weniger Angst oder Trauer als vielmehr Wut. Sie ärgert sich darüber, dass die Verantwortung in der Klimabildung vor allem dem einzelnen Menschen übertragen wird – durch Recycling oder die Wahl anderer Verkehrsmittel –, während mächtige Konzerne und wohlhabende Entscheidungsträger ihrer wesentlich größeren Verantwortung nicht gerecht werden. Wenn Menschen über die notwendigen Mittel verfügen, kann sie nicht verstehen, weshalb sie diese nicht für das Richtige einsetzen.

    Ein anderes Bild macht sie unmittelbar traurig: ein Eisbär auf einer winzigen Eisscholle. Moa spricht voller Bewunderung über seine Größe, Stärke und Schönheit. Gerade deshalb berührt sie seine Hilflosigkeit: Selbst ein so mächtiges Tier kann sich nicht gegen den Klimawandel und den Verlust seines Lebensraums wehren.

    Gleichzeitig beobachtet Moa eine zunehmende Abstumpfung durch die ständige Wiederholung negativer Nachrichten. Irgendwann, sagt sie, hören Menschen auf zu reagieren; jede neue Katastrophe klingt wie dasselbe Lied in Endlosschleife. Deshalb wünscht sie sich mehr Berichte über Lösungen, Erfindungen und Tierpopulationen, die sich wieder erholen. Positive Nachrichten helfen ihr, sich zu entspannen, und erinnern sie daran, dass weiterhin Menschen Gutes bewirken. Dennoch sollen die schwierigen Realitäten nicht verschwiegen werden. Die Welt ist weder nur schwarz noch weiß – notwendig ist ein differenziertes Bild, in dem Fortschritte ebenso vorkommen wie Krisen.

    Ihr Partner ist für Moa ein sicherer Ort, an dem sie ihrer Wut und ihrem Frust Raum geben kann. Auch die hoffnungsvolle Haltung ihres Vaters stärkt sie. Ihre abschließende Botschaft ist zugleich ermutigend und fordernd: Haltet den Kopf oben – aber wenn ihr die Möglichkeit habt, etwas Gutes zu tun, dann tut es.

    Zitate

    „Ich glaube, die Hölle ist ein Ort genau hier und jetzt.“

    „Wenn du die Möglichkeit hast, das Richtige zu tun – warum entscheidest du dich dann nicht dafür?“

    „Es ist so groß und stark, aber selbst dieses Tier kann nicht gegen den Klimawandel kämpfen.“

    „Die Menschen verdienen es, auch gute Dinge zu sehen.“

    „Selbst wenn es stockfinster ist, gibt es noch einige Lichtstrahlen.“

    “Nicht alles ist schlecht – selbst in tiefster Dunkelheit gibt es einige Lichtblicke.”

    Was mir Hoffnung macht

    „Mir macht Hoffnung, dass Menschen weiterhin lernen, kämpfen und sich informieren – und dass sie bereit sind, auf die eine oder andere Weise etwas zum Positiven zu verändern.“