Ich sehe immer mehr Gespräche, engagierte Aktivistinnen und Aktivisten und wirklichen Fortschritt. Auch wenn die Bewegung in Wellen verläuft, glaube ich, dass sie wieder stärker werden und weitere Veränderungen bewirken wird.

Patricia

Lopez

25

Belgien

Patricia Lopez (25) – ist mit einem Umweltbewusstsein aufgewachsen, das für sie von Anfang an praktisch und unmittelbar war. Vor allem ihr Vater lebte ihr dieses Bewusstsein vor: Wenn die Familie an Stränden oder in Parks unterwegs war, sammelte er herumliegenden Müll auf – auch wenn es nicht ihr eigener war. So lernte Patricia schon früh, auf ihre Umgebung zu achten. Verantwortung für die Umwelt begegnete ihr nicht zuerst als abstraktes Konzept, sondern in einfachen Handlungen: wahrzunehmen, was andere zurücklassen, und sich darum zu kümmern.

Wenn Patricia an den Klimawandel denkt, sieht sie einen Eisbären allein auf einer kleinen Eisscholle, umgeben von Wasser. Das Bild steht für sie dafür, dass der Lebensraum eines Tieres auseinanderbricht: „Man hat das Gefühl, dass der Ort, an den sie gehören, auseinanderfällt.“ Darin liegen Einsamkeit und Hilflosigkeit, aber auch menschliche Verantwortung. Tiere und Natur leiden unter Veränderungen, die sie selbst nicht beeinflussen können, während der Mensch einen großen Teil der Verantwortung dafür trägt.

In ihrem Freundes- und Familienkreis erlebt Patricia nur selten grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten über den Klimawandel. Die meisten erkennen an, dass er real ist und etwas getan werden muss. Widersprüche zeigen sich eher zwischen gemeinsamen Überzeugungen und dem individuellen Handeln: „Wir sind uns alle einig, dass der Klimawandel real ist, aber was wir dagegen tun, geschieht auf sehr unterschiedlichen Ebenen.“ Menschen zu begegnen, die die Krise nicht anerkennen wollen, löst in ihr Überraschung, Enttäuschung und manchmal auch Wut aus. Weil die Klimakrise alle betrifft, kann eine solche Gleichgültigkeit sehr entmutigend wirken.

Gleichzeitig verbindet Patricia Klimaschutz mit starken Erfahrungen von Gemeinschaft. Sie erinnert sich an Fridays-for-Future-Demonstrationen und an das Gefühl, mit vielen Menschen aus demselben Grund zusammenzukommen: „Wir sind alle gemeinsam hier.“ Auch im Alltag nimmt sie positive Veränderungen wahr. Veganes Essen und pflanzliche Alternativen sind heute wesentlich leichter zugänglich. Dadurch wird gesellschaftlicher Wandel sichtbar und erfahrbar.

Die drei von ihr gewählten Karten – „mehr“, „ja“ und „Hilfe“ – bringen Dringlichkeit und Möglichkeit zusammen. „Mehr“ bedeutet mehr Handeln, mehr Menschen, denen das Thema wichtig ist, mehr politische Maßnahmen und Gesetze. Vor allem braucht es für Patricia mehr Verständnis, Gemeinschaft und Menschlichkeit: nicht nur für sich selbst zu leben, sondern auch für andere Sorge zu tragen. „Ja“ steht für die bestärkende Energie gemeinschaftlichen Handelns. „Hilfe“ verweist auf Tiere und Natur, die für sie „um Hilfe schreien“ und auf den Schutz durch Menschen angewiesen sind.

„Wir brauchen mehr Handeln, mehr Menschen, denen es wichtig ist, und mehr Gesetze.“

„Man lebt nicht nur für sich selbst, sondern auch für alle anderen.“

„Wir brauchen mehr Gemeinschaftssinn und mehr Menschlichkeit.“

Was mir Hoffnung macht:
„Ich sehe immer mehr Gespräche, engagierte Aktivistinnen und Aktivisten und wirklichen Fortschritt. Auch wenn die Bewegung in Wellen verläuft, glaube ich, dass sie wieder stärker werden und weitere Veränderungen bewirken wird.”