Das Klima verändert sich, aber die Denkweise der Menschen in Lettland verändert sich nicht.

Alvis

Martirovs

30

Lettland

Alvis Martirovs (30) – leitet den Campingplatz Milleri in Salacgrīva, Lettland. Er reist sehr gerne und hält seine Erlebnisse in Videos, auf TikTok und Instagram sowie in Fotografien fest. Vor einigen Jahren begann er durch die öffentliche Debatte um Greta Thunberg, sich intensiver mit dem Klimawandel zu beschäftigen, auch wenn er sie persönlich nicht mag. Vor allem auf seinen wiederholten Reisen wurden die Veränderungen für ihn greifbar: Wenn er zur gleichen Jahreszeit in dieselben Länder zurückkehrt, bemerkt er, dass Temperaturen und Regenzeiten nicht mehr den früheren Mustern folgen. In Thailand passt er deshalb inzwischen seine Reisedaten dem veränderten Wetter an.

Alvis begegnet diesen Entwicklungen eher pragmatisch als mit Wut oder großer Sorge: „Ich würde sagen, dass mir das nicht besonders wichtig ist.“ Er beobachtet die Veränderungen und richtet seine Pläne danach aus. Unmittelbarer wird der Klimawandel für ihn, wenn er seine Lebensgrundlage berührt. Schlechtes Wetter im lettischen Sommer bedeutet weniger Gäste auf dem Campingplatz, während zunehmend milde und regnerische Winter Schnee und Kälte ersetzen. Er vermutet, dass Lettland irgendwann keinen richtigen Winter mehr haben könnte.

Ein wiederkehrendes Bild ist für ihn das schmelzende Eis der Antarktis und ein möglicherweise drastisch steigender Meeresspiegel. Dennoch beschäftigt er sich nicht lange damit, was dies vor Ort bedeuten könnte: „Ich lebe einfach jetzt, in diesem Moment.“ Das Wetter beeinflusst trotzdem sowohl seine Arbeit als auch seine Beziehungen. Längere Regenperioden wirken sich auf die Stimmung in seiner Familie aus; Menschen werden unzufrieden oder gereizt, wodurch ernsthafte Gespräche schwieriger werden. Reisen in sonnige Länder waren deshalb auch eine Möglichkeit, der winterlichen Dunkelheit und dem schlechten Wetter zu entkommen.

Seine ausgewählten Gefühlskarten spiegeln seine grundsätzliche Haltung wider: Stolz, „mehr“ und die Überzeugung, dass alles in Ordnung ist. Er ist stolz auf Lettland—auf das vergleichsweise gemäßigte Klima, das Ausbleiben von Erdbeben und Tsunamis und die Leistungen eines kleinen Landes: „Ich bin stolz, Lette zu sein und in Lettland zu leben.“ „Mehr“ steht für seine Lust am Leben: mehr Spaß, Liebe, Geld und Erfahrungen. Auch angesichts der Krisen betont er: „In der Welt ist alles in Ordnung.“ Am Leben zu sein, reisen und frei entscheiden zu können, sind für ihn Gründe, das Leben positiv zu betrachten.

Statt lange über ferne Zukunftsszenarien nachzudenken, möchte Alvis sich auf heute und vielleicht ein wenig auf morgen konzentrieren. Seine Botschaft an die Menschheit bringt diese direkte, handlungsorientierte Haltung auf den Punkt: „Jammere nicht, handle einfach.“

Deutsche Zitate

„Ich lebe einfach jetzt, in diesem Moment.“

„Ich bin stolz, Lette zu sein und in Lettland zu leben.“

„Das Klima verändert sich, aber die Denkweise der Menschen in Lettland verändert sich nicht.“

„In der Welt ist alles in Ordnung. Wir sind am Leben, wir leben unser Leben, können reisen und tun, was wir möchten.“

“Nicht weinen, einfach machen.”

Hoffnung: „Ich setze meine Hoffnung in zukünftige Technologien. Die Wissenschaft könnte Wege finden, Brände zu verhindern und das Klima zu beeinflussen—zum Guten oder zum Schlechten. Wir werden leben und sehen.“

Hoffnung:

„Meine Hoffnung liegt in zukünftigen Technologien. In fünf oder zehn Jahren könnte die Wissenschaft etwas Erstaunliches entwickeln. Es kann zum Guten oder zum Schlechten eingesetzt werden – wir werden leben und sehen.“