Tag: Technologie

  • Mathias — Deutschland

    Mathias — Deutschland

    Mathias lebt in der Nähe von Landshut, ist verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet als Ingenieur bei einem Automobilhersteller. Im Alltag bleibt der Klimawandel für ihn meist im Hintergrund. Wahrnehmbar wird er vor allem durch trockenere Wetterverhältnisse und das Gefühl, dass sich die Jahreszeiten verschieben. Andere, unmittelbarere Dinge bestimmen jedoch seinen Alltag. Sein Verhältnis zum Thema habe sich mit dem Alter verändert: Anders als vielleicht mit 15 oder 17 Jahren denke er heute nicht mehr täglich darüber nach, sondern sei stark in Familienleben und alltägliche Verpflichtungen eingebunden.

    Durch seine Kinder wird die Zukunft konkreter. Er wünscht sich, dass sie im Winter weiterhin Schnee erleben und mit einer ähnlichen Vielfalt von Flora und Fauna aufwachsen können wie seine Generation. Die Vorstellung, dass etwa Skifahren künftig nicht mehr selbstverständlich sein könnte, empfindet er als schade. Gleichzeitig geht er davon aus, dass sich die Gesellschaft schrittweise an Veränderungen anpassen muss, die möglicherweise zum Teil nicht mehr umkehrbar sind.

    Die Gefühlskarte „Auch das noch“ bringt seine Wahrnehmung besonders treffend zum Ausdruck. Der Alltag sei bereits voll, und die Klimakrise komme als weiteres großes Problem hinzu, ohne dass sich für den Einzelnen eine eindeutige Handlungsoption anbiete. Daraus entsteht eine gewisse Überforderung: Es fehlt eine unmittelbar sichtbare Verbindung zwischen dem eigenen Tun und einer konkreten Wirkung.

    Einen plötzlichen Zusammenbruch erwartet Mathias dennoch nicht. Er stellt sich die Veränderungen eher langsam und schleichend vor und hofft, dass sich die Menschheit an den eingeschlagenen Weg anpassen kann. Vorsichtig erwägt er, ob einzelne Entwicklungen regional auch positive Seiten haben könnten – etwa bessere Bedingungen für den Weinanbau. Seine Grundstimmung beschreibt er insgesamt als relativ neutral, begleitet von leichtem Unbehagen statt akuter Angst.

    Zugleich nimmt er wahr, dass die Klimakrise medial weniger präsent ist als noch vor einigen Jahren. Kriege, Donald Trump und andere aktuelle Themen hätten sie wieder stärker in den Hintergrund gedrängt. Zuversicht gewinnt er vor allem aus der menschlichen Anpassungsfähigkeit und technischer Erfindungskraft: Wenn Zeit und Handlungsspielraum knapper werden, könnten Menschen kreativer werden und Lösungen wie die CO₂-Abscheidung weiterentwickeln.

    Zitate

    „Der Alltag ist schon recht voll, und man ist eigentlich schon mit den normalen Dingen beschäftigt. Und dann ist eher so das Gefühl: Auch das noch.“

    „Wenn man an die Zukunft denkt, will man schon, dass die Kinder auch noch Schnee haben im Winter und so leben können wie wir – mit Flora und Fauna.“

    „Ich fürchte schon, man muss sich auf diese graduellen Veränderungen jedes Jahr ein bisschen einstellen.“

    „Man hat keine direkte Handlungsoption, wo man als Einzelner sagt: Wenn man jetzt das macht, dann passiert jenes.“

    Was macht mir Hoffnung?

    „Ich bin fest davon überzeugt, dass den Menschen immer etwas einfällt. Je höher der Druck und je knapper die Zeit wird, desto kreativer wird man vielleicht.“

  • Anton — Deutschland

    Anton — Deutschland

    Anton ist Architekt und vor Kurzem nach Landshut gezogen. Für ihn ist „Klimakrise“ der treffendere Begriff. Emotional verbindet er damit vor allem Angst, Anspannung und ungute Gefühle. Diese sind nicht ständig präsent, kehren jedoch immer wieder zurück, besonders wenn Berichte über mögliche zukünftige Entwicklungen zu nahe an ihn herankommen. Um Abstand zu gewinnen, hat Anton seinen Medienkonsum bewusst reduziert. Er versucht, körperlich und mental fit zu bleiben, auf sich Acht zu geben und die Krise nicht so nah an sich heranzulassen, dass sie ihn zu sehr herunterzieht.

    Gleichzeitig haben klimabewusstere Entscheidungen auch positive Erfahrungen in seinen Alltag gebracht. Anton hat das Reisen mit der Bahn für sich entdeckt, insbesondere Nachtzüge, aber auch Bikepacking. Dabei erlebt er diese Möglichkeiten nicht nur als Ersatz für Flugreisen, sondern als eigenständige und bereichernde Formen des Reisens. Auch in seinem Berufsfeld nimmt er wahr, dass neue Ansätze erforscht werden und Fortschritte entstehen. Solche Entwicklungen können kurzzeitig Optimismus auslösen: das Gefühl, dass Veränderung doch möglich ist.

    Die ausgewählten Karten spiegeln ein Spannungsfeld zwischen Angst, Resignation und Zuversicht wider. Anton wählt zunächst ein zitterndes, verängstigtes Gesicht, weil ihn das, was auf die Menschen zukommen könnte, gruselt. Er verbindet damit Anspannung und die beunruhigenden Dinge, die er liest und hört. Eine zweite Karte steht für eine eher hinnehmende Haltung: Manchmal bleibt nur der Gedanke, dass es nun einmal so ist und man irgendwie hindurchmuss. Die letzte, bejahende Karte verkörpert dagegen jenen Optimismus, der entsteht, wenn Anton positive Nachrichten wahrnimmt, nachhaltige Reiseformen erlebt oder Innovationen in der Architektur sieht.

    Dieser Optimismus gerät jedoch leicht aus dem Blick. Für Anton überwiegt insgesamt der Eindruck negativer Entwicklungen, auch weil verständlicherweise häufiger über Bedrohungen und Krisen berichtet wird. Seine Hoffnung beruht weniger auf einer schnellen Lösung als auf einer langfristigen Betrachtung der Menschheitsgeschichte. Er vertraut darauf, dass Menschen aus großen Krisen immer wieder gelernt haben – auch wenn der Weg dadurch zunächst sehr schwer sein kann.

    Zitate

    Ich verbinde mit der Klimakrise Angst und eher ungute Gefühle.

    Ich versuche, nicht mehr ganz so viele Medien zu konsumieren wie früher, um ein bisschen Abstand zu gewinnen.

    Ich habe die Zugreisen total für mich entdeckt – zum Beispiel Nachtzüge oder Bikepacking, die ganz andere Formen des Reisens ermöglichen.“

    Manchmal merkt man, dass in der Architektur neue Sachen erforscht werden oder es Fortschritte in verschiedenen Bereichen gibt. Dann hat man das Gefühl: Ja, geht doch.

    Hoffnung

    Mir macht Hoffnung, dass der Mensch aus großen Krisen immer wieder gelernt hat und es langfristig meistens bergauf geht – auch wenn es mittelfristig oft scheiße ist.

    Mir macht Hoffnung, dass der Mensch aus großen Krisen immer wieder gelernt hat und es langfristig meistens bergauf geht – auch wenn es mittelfristig oft scheiße ist.

    Das macht mir Hoffnung

    🇩🇪 Germany’s Greenhouse Gas Emissions

    Population 84.55 Million, Europe.

    Key Messages

    • Emissions: Germany emitted around 669 megatonnes CO2e in 2024, about 1.17% of the global total.
    • Per person: Emissions were around 7.9 tonnes per person per year in 2024, rated very high on a scale where any level above zero adds warming.
    • Trend: Germany’s emissions fell by around 30 megatonnes CO2e a year, or 3.69% yearly, over the ten years to 2024-slower than the 4% yearly global decline needed for Net Zero in 2050 and around 1.7 °C warming.
    • What drives it: CO2 makes up 85% of Germany’s emissions, methane 8.3%, nitrous oxide 4.8% and F-gases 1.5%.
    • Historic responsibility: Since 1851, Germany’s emissions have produced around 112,000 megatonnes CO2e of warming impact, about 2.87% of the global total, averaging around 10.1 tonnes per person per year-rated extremely high.
  • Alvis — Lettland

    Alvis — Lettland

    Alvis Martirovs (30) – leitet den Campingplatz Milleri in Salacgrīva, Lettland. Er reist sehr gerne und hält seine Erlebnisse in Videos, auf TikTok und Instagram sowie in Fotografien fest. Vor einigen Jahren begann er durch die öffentliche Debatte um Greta Thunberg, sich intensiver mit dem Klimawandel zu beschäftigen, auch wenn er sie persönlich nicht mag. Vor allem auf seinen wiederholten Reisen wurden die Veränderungen für ihn greifbar: Wenn er zur gleichen Jahreszeit in dieselben Länder zurückkehrt, bemerkt er, dass Temperaturen und Regenzeiten nicht mehr den früheren Mustern folgen. In Thailand passt er deshalb inzwischen seine Reisedaten dem veränderten Wetter an.

    Alvis begegnet diesen Entwicklungen eher pragmatisch als mit Wut oder großer Sorge: „Ich würde sagen, dass mir das nicht besonders wichtig ist.“ Er beobachtet die Veränderungen und richtet seine Pläne danach aus. Unmittelbarer wird der Klimawandel für ihn, wenn er seine Lebensgrundlage berührt. Schlechtes Wetter im lettischen Sommer bedeutet weniger Gäste auf dem Campingplatz, während zunehmend milde und regnerische Winter Schnee und Kälte ersetzen. Er vermutet, dass Lettland irgendwann keinen richtigen Winter mehr haben könnte.

    Ein wiederkehrendes Bild ist für ihn das schmelzende Eis der Antarktis und ein möglicherweise drastisch steigender Meeresspiegel. Dennoch beschäftigt er sich nicht lange damit, was dies vor Ort bedeuten könnte: „Ich lebe einfach jetzt, in diesem Moment.“ Das Wetter beeinflusst trotzdem sowohl seine Arbeit als auch seine Beziehungen. Längere Regenperioden wirken sich auf die Stimmung in seiner Familie aus; Menschen werden unzufrieden oder gereizt, wodurch ernsthafte Gespräche schwieriger werden. Reisen in sonnige Länder waren deshalb auch eine Möglichkeit, der winterlichen Dunkelheit und dem schlechten Wetter zu entkommen.

    Seine ausgewählten Gefühlskarten spiegeln seine grundsätzliche Haltung wider: Stolz, „mehr“ und die Überzeugung, dass alles in Ordnung ist. Er ist stolz auf Lettland—auf das vergleichsweise gemäßigte Klima, das Ausbleiben von Erdbeben und Tsunamis und die Leistungen eines kleinen Landes: „Ich bin stolz, Lette zu sein und in Lettland zu leben.“ „Mehr“ steht für seine Lust am Leben: mehr Spaß, Liebe, Geld und Erfahrungen. Auch angesichts der Krisen betont er: „In der Welt ist alles in Ordnung.“ Am Leben zu sein, reisen und frei entscheiden zu können, sind für ihn Gründe, das Leben positiv zu betrachten.

    Statt lange über ferne Zukunftsszenarien nachzudenken, möchte Alvis sich auf heute und vielleicht ein wenig auf morgen konzentrieren. Seine Botschaft an die Menschheit bringt diese direkte, handlungsorientierte Haltung auf den Punkt: „Jammere nicht, handle einfach.“

    Deutsche Zitate

    „Ich lebe einfach jetzt, in diesem Moment.“

    „Ich bin stolz, Lette zu sein und in Lettland zu leben.“

    „Das Klima verändert sich, aber die Denkweise der Menschen in Lettland verändert sich nicht.“

    „In der Welt ist alles in Ordnung. Wir sind am Leben, wir leben unser Leben, können reisen und tun, was wir möchten.“

    “Nicht weinen, einfach machen.”

    Hoffnung: „Ich setze meine Hoffnung in zukünftige Technologien. Die Wissenschaft könnte Wege finden, Brände zu verhindern und das Klima zu beeinflussen—zum Guten oder zum Schlechten. Wir werden leben und sehen.“

    Hoffnung:

    „Meine Hoffnung liegt in zukünftigen Technologien. In fünf oder zehn Jahren könnte die Wissenschaft etwas Erstaunliches entwickeln. Es kann zum Guten oder zum Schlechten eingesetzt werden – wir werden leben und sehen.“

  • Rosku — Finnland

    Rosku — Finnland

    Rosku ist Sound Engineer und selbstständig, stammt aus Oulu und lebt seit rund dreizehn Jahren in Helsinki. Die Arbeit mit vorwiegend finnischen Heavy-Metal-Bands bedeutet viele internationale Reisen: Mehr als hundert Tage im Jahr ist Rosku unterwegs und fliegt entsprechend häufig. Daraus entsteht ein Widerspruch, den Rosku nicht verdrängt: Die geliebte Arbeit verursacht zugleich erhebliche CO₂-Emissionen. Als Ausgleich achtet Rosku auf alltägliche Entscheidungen – wohnt in einem umweltfreundlichen Gebäude, ernährt sich vegetarisch, nutzt öffentliche Verkehrsmittel, vermeidet unnötigen Konsum und überlegt, woher Produkte kommen.

    Spürbar wurde der Klimawandel zunächst durch Veränderungen in den eigenen Kindheitserinnerungen. Rosku wurde im November geboren und erinnert sich an Geburtstage mit Schnee. Später wurde dieser immer seltener, bis sein Ausbleiben normal erschien. Eine weitere deutliche Veränderung ist die Ausbreitung von Zecken nach Nordfinnland. Als Kind konnte Rosku sich in den Wäldern um Oulu frei bewegen. Heute gehört beim Aufenthalt in der Natur auch die Sorge vor Zecken und den von ihnen übertragenen Krankheiten dazu. Auch extreme Hitze ist körperlich erfahrbar geworden: Während einer Tournee durch Frankreich und Belgien herrschten 35 Grad, und der Teer der Straße schmolz an Roskus Schuhsohlen.

    Vielleicht wäre es leichter, wenn es mir egal wäre. Aber ich muss mich kümmern, weil wir das alle müssen.

    Ich habe das Gefühl, dass ich beides bin: Teil des Problems und Teil der Lösung.

    Es macht mich traurig, wenn das Gemeinwohl den Interessen Einzelner entgegensteht und sie deshalb schlechte Entscheidungen treffen.

    Im Moment innehalten und etwas so betrachten, wie es ist.

    Das Ausmaß und die Unberechenbarkeit der Krise wirken beängstigend – insbesondere die Frage, ob die Menschheit ihren natürlichen Lebensraum erhalten kann. Traurig macht Rosku, wenn politische und wirtschaftliche Interessen wissenschaftliche Tatsachen überlagern. Besonders schwierig ist es, wenn Menschen aus Sorge um ihre Existenz Entscheidungen treffen, die dem Gemeinwohl widersprechen. Rosku sieht die eigene Verantwortung, ohne zu glauben, individuelles Handeln allein könne genügen. Auf ein eigentlich gewünschtes Auto zu verzichten, fühlt sich nicht wie eine Strafe an, sondern wie ein bewusster Beitrag.

    Trotz der Sorgen blickt Rosku hoffnungsvoll auf Technologie, wachsendes Bewusstsein und strukturelle Veränderungen: Helsinki hat ein kohlebetriebenes Heizkraftwerk geschlossen, neue Technologien entstehen, und Chinas Emissionen könnten allmählich sinken. Doch nach jedem Fortschritt folgt erneut die Frage: „Und jetzt?“ Veränderung bleibt eine fortlaufende Aufgabe.

    Wenn alles zu viel wird, kehrt Rosku zu einfachen Dingen zurück: schlafen, gut essen, sich bewegen, Freunde treffen, Kaffee trinken, Bäume, Architektur, Farben, eine schöne Tür oder eine Blume betrachten. Innezuhalten und etwas so wahrzunehmen, wie es gerade ist, schenkt neue Kraft. Eine technisch aufwendige Bühnenshow kann lange nachwirken – aber ebenso ein Samen, aus dem eine Blume wächst.

    Gute Menschen machen mir Hoffnung – Menschen, die mir in die Augen schauen, lächeln und Hallo sagen; Menschen, die ohne besonderen Grund freundlich zueinander sind.

    Was mir Hoffnung macht

    🇫🇮 Finland’s Greenhouse Gas Emissions

    Population 5.62 Million, Europe.

    Key Messages

    • Emissions: Finland emitted around 88.6 megatonnes CO2e in 2024, around 0.16% of the global total.
    • Per person: Emissions were around 15.8 tonnes per person per year, rated extremely high on a scale where any level above zero adds warming.
    • Trend: Emissions rose by around 0.093 megatonnes CO2e a year over the ten years to 2024, rather than the 4% yearly decline the world as a whole needs to achieve Net Zero in 2050 and limit warming to around 1.7 °C.
    • What drives it: CO2 made up around 86% of emissions, nitrous oxide 7.2%, methane 6.2% and F-gases 0.91%.
    • Historic responsibility: Since 1851, Finland’s emissions have produced around 8,660 megatonnes CO2e of warming impact, around 0.22% of the global total, or around 13.7 tonnes per person per year.
  • Yanda — Finnland

    Yanda — Finnland

    Yanda hat gerade die weiterführende Schule abgeschlossen und arbeitet während des Sommers in einer Eisdiele. Noch weiß sie nicht, welchen Weg sie danach einschlagen möchte, doch sie begegnet dieser Unsicherheit gelassen: Sie vertraut darauf, dass sie es herausfinden wird. Der Klimawandel hingegen begleitet sie schon, solange sie sich erinnern kann. In Finnland war er während ihrer gesamten Schulzeit regelmäßig Thema und ist deshalb immer in ihrem Hinterkopf geblieben. Wenn sie darüber nachdenkt, erscheint ihr die Zukunft weniger positiv und sie empfindet eine gewisse Belastung. Gleichzeitig setzt sie große Hoffnung in die Generation Z und die noch jüngeren Generationen, weil Umweltfragen in den Schulen offen besprochen werden.

    Eines der stärksten Bilder, die Yanda mit der Umweltzerstörung verbindet, sind die riesigen Müllinseln in den Meeren. Dass solche Inseln tatsächlich existieren, macht sie sehr traurig. Zugleich sieht sie darin eine Folge unserer gegenwärtigen Gesellschaft. Menschen, die auf solche Probleme mit konkreten Erfindungen reagieren, beeindrucken sie: Ihre Leidenschaft und ihr Wunsch, den Planeten zu schützen, empfindet Yanda als etwas Schönes.

    Es ist ein wenig belastend, aber ich hoffe auch, dass diese Generation alles besser machen wird.

    In ihrem eigenen Leben versucht sie, bewusste Entscheidungen zu treffen. Statt eines neuen Laptops kaufte sie ein aufbereitetes Gerät, das zuvor an einer finnischen Schule verwendet worden war. Sie hinterfragt den Druck, ständig das neueste Handy oder den neuesten Computer besitzen zu müssen, und den Abfall, der dadurch entsteht. Auch Kleidung kauft sie meist gebraucht oder übernimmt sie von Familienmitgliedern. Diese alltäglichen Entscheidungen machen sie stolz, obwohl ihr bewusst ist, dass individuelles Handeln allein die Krise nicht lösen kann.

    Ihre größte Kritik richtet sich an große Unternehmen – besonders dann, wenn sie Produkte als nachhaltig oder recycelt bewerben, ohne diese Versprechen einzuhalten. Dieses Greenwashing hinterlässt bei ihr ein Gefühl der Hilflosigkeit. Einzelne Menschen können recyceln und kleine Gewohnheiten verändern, doch die entscheidenden Schritte müssen ihrer Ansicht nach von der Industrie selbst kommen.

    Beim Laufen und Spazieren im Wald, beim Musikhören sowie mit ihrer Familie und ihren Hunden findet Yanda wieder ins Gleichgewicht. Die ständigen Meinungen und Konflikte in den sozialen Medien können anstrengend sein, deshalb legt sie ihr Handy bewusst weg. Sie wünscht sich, dass unterschiedliche Ansichten wieder nebeneinander bestehen können – und dass Menschen sich daran erinnern, nicht zu allem eine Meinung haben zu müssen.

    „Ich finde es wunderschön, so viel Leidenschaft dafür zu haben, unseren Planeten zu retten und solche Lösungen zu entwickeln.“

    „Die größte Veränderung muss darin bestehen, dass sich auch die großen Unternehmen wirklich um die Umwelt kümmern.“

    „Die Menschen vergessen manchmal, dass man nicht zu allem eine Meinung haben muss.“

    „Junge Menschen und ihre Erfindungen geben mir Hoffnung.“

    Was mir Hoffnung macht

    🇫🇮 Finland’s Greenhouse Gas Emissions

    Population 5.62 Million, Europe.

    Key Messages

    • Emissions: Finland emitted around 88.6 megatonnes CO2e in 2024, around 0.16% of the global total.
    • Per person: Emissions were around 15.8 tonnes per person per year, rated extremely high on a scale where any level above zero adds warming.
    • Trend: Emissions rose by around 0.093 megatonnes CO2e a year over the ten years to 2024, rather than the 4% yearly decline the world as a whole needs to achieve Net Zero in 2050 and limit warming to around 1.7 °C.
    • What drives it: CO2 made up around 86% of emissions, nitrous oxide 7.2%, methane 6.2% and F-gases 0.91%.
    • Historic responsibility: Since 1851, Finland’s emissions have produced around 8,660 megatonnes CO2e of warming impact, around 0.22% of the global total, or around 13.7 tonnes per person per year.
  • Jens — Dänemark

    Jens — Dänemark

    Jens Lund (65) – stammt aus einer dänischen Bauernfamilie, die den Hof bereits in sechster Generation bewirtschaftet. Als er jung war, wurde kaum über den Klimawandel gesprochen. Über die Medien rückte das Thema allmählich in sein Bewusstsein, wirklich greifbar wurde es für ihn aber erst vor ungefähr zehn Jahren: Trockene Sommer wechselten sich mit ungewöhnlich heftigen Regenfällen ab, Felder wurden überflutet und Ernten beschädigt. Anfangs schob Jens das Thema eher beiseite. Die Landwirtschaft war von Produktion, Wachstum und Gewinn geprägt, während Umweltauflagen häufig wie einseitige Vorwürfe gegen die Bauern wirkten. Mit zunehmendem Alter wandelte sich diese Abwehr jedoch in Sorge und Selbstreflexion.

    Jens belastet nicht nur der Klimawandel selbst, sondern auch die konfrontative Art, in der gesellschaftlich darüber gesprochen wird. Bauern beschuldigen die Städte, Menschen in den Städten die Landwirtschaft, und Staaten zeigen aufeinander, anstatt gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Solche Konflikte hat er selbst innerhalb seiner erweiterten Familie erlebt. Pauschale Anschuldigungen gegen die Landwirtschaft machen ihn wütend. Dennoch versucht er, diplomatisch zu bleiben, die landwirtschaftlichen Realitäten zu erklären und einen gemeinsamen Weg zu finden.

    Was können wir alle zusammen tun, um etwas an der Klimasituation zu verändern?

    Ich finde Hoffnung in der nächsten Generation, weil sie bewusster ist und mehr Ideen dafür hat, wie wir etwas verändern und besser leben können.

    Das macht mir Hoffnung

    Technologie könnte helfen, aber sie wird unsere Seelen nicht retten.

    Auf dem eigenen Hof ist aus seiner Sorge konkretes Handeln geworden. Die Familie installierte Solaranlagen und ein Windrad, begann Elektrofahrzeuge zu nutzen, verringerte die Ammoniakemissionen aus der Gülle, legte Blühstreifen an und wandelte manche Flächen in biologische Landwirtschaft und Wald um. Auch die Produktion wird schrittweise reduziert. Das gibt Jens ein besseres Gefühl, weil er in seinem unmittelbaren Umfeld etwas bewirken kann. Gleichzeitig weiß er, dass eine ökologische Umstellung Geld kostet und landwirtschaftliche Betriebe nicht von heute auf morgen verändert werden können. Besonders kritisch sieht er die dänische Überproduktion und den Export von Lebensmitteln um die halbe Welt.

    Durch Verwandte und Reisen nach Honduras hat Jens die zerstörerischen Folgen des Bergbaus, des Bananenanbaus und des ungeschützten Pestizideinsatzes unmittelbar gesehen. Darin zeigt sich für ihn die Doppelmoral wohlhabender Länder, die Umweltzerstörung auslagern und anschließend anderen Staaten Vorwürfe machen. Technologie kann seiner Ansicht nach zur Veränderung beitragen. Er misstraut jedoch Lösungen, die als revolutionär vermarktet werden, obwohl ihre tatsächliche Wirkung noch sehr gering ist.

    Sorgen macht ihm auch die Welt, die seine drei Kinder übernehmen: eine von Stress und Technologie geprägte Gesellschaft, in der viele Menschen nicht mehr mithalten können. Seine Karten bilden einen Weg durch diese Gefühle. Und jetzt? steht für die Unsicherheit darüber, wie die Natur auf menschliche Eingriffe reagieren wird. Großartig drückt seine Erleichterung darüber aus, dass das Wissen wächst und Veränderung begonnen hat. Endlich beschreibt die Genugtuung, selbst Verantwortung zu übernehmen und den Hof in seiner heutigen Form nicht an die nächste Generation weiterzugeben. Das offene Gespräch hilft Jens, weiterzudenken und nicht einfach wieder in alte Gewohnheiten zurückzufallen.

    „Es ist großartig, dass wir uns auf den Weg der Veränderung gemacht haben.“

    „Wenn man mit Menschen über solche Dinge spricht, bewirkt man eine Veränderung.“

    🇩🇰 Denmark’s Greenhouse Gas Emissions

    Population 5.98 Million, Europe.

    Key Messages

    • Emissions: Denmark emitted around 46.1 megatonnes CO2e in 2024, about 0.08% of the global total.
    • Per person: That was around 7.7 tonnes per person per year, rated very high on a scale where any level above zero adds warming.
    • Trend: Emissions fell by around 1.11 megatonnes CO2e a year, or 2.21% yearly, over the ten years to 2024-slower than the 4% yearly decline needed globally.
    • What drives it: Fossil and land-use CO2 made up around 67.3% of emissions, methane 22%, nitrous oxide 10.2% and F-gases 0.6%.
    • Historic responsibility: Since 1851, Denmark’s emissions have produced around 7,020 megatonnes CO2e of warming impact, about 0.18% of the global total, or around 10.8 tonnes per person per year.