Anastasya erlebt den Klimawandel als etwas Seltsames, Beunruhigendes und Widersprüchliches. Sie beschreibt sich als „aufgeregt“, doch diese Aufregung ist eng mit Unsicherheit und Machtlosigkeit verbunden: Einerseits glaubt sie, etwas verändern zu können, andererseits empfindet sie diese Veränderung als außerhalb ihrer persönlichen Möglichkeiten. Diese Spannung zwischen eigener Verantwortung und begrenztem Einfluss zieht sich durch ihre Gedanken.
Zum ersten Mal begegnete ihr das Thema in der Schule, in Texten, die im Englischunterricht verwendet wurden. Es weckte ihr Interesse, und sie begann, selbstständig im Internet nach weiteren Informationen zu suchen. Heute ist der Klimawandel für sie nicht mehr abstrakt. Eines der stärksten Bilder, das vor ihrem inneren Auge erscheint, sind tote Fische. Dieses Bild verbindet sich mit Stress und dem Gefühl, keinen ausreichenden Einfluss auf die Entwicklung zu haben.
Ich weiß nicht, was mit dieser Welt geschehen wird, und das finde ich unheimlich.
Die Welt ist so seltsam. Ich glaube, ich kann sie verändern, und zugleich habe ich das Gefühl, dass es nicht in meiner Macht liegt, das zu verändern.
Auch die veränderten Sommer sind Teil ihres Alltags geworden. In ihrer Kindheit bedeutete der Sommer für sie Ruhe und Sicherheit; sie hatte das Gefühl, dass alles in Ordnung sein würde. Heute hält sie die starke Hitze tagsüber meist im Haus. Sie geht nur früh am Morgen oder am Abend hinaus. Diese Veränderungen wirken sich deutlich auf sie aus – und ihrer Wahrnehmung nach ebenso auf ihre Freund:innen, ihre Eltern und andere Menschen in ihrem Umfeld.
Der Planet braucht meine Unterstützung.
Am unmittelbarsten fühlt sie sich mit der Karte „creepy“ verbunden. Sie steht für ihre Angst vor einer unvorhersehbaren Zukunft und dafür, nicht zu wissen, was mit der Welt geschehen wird. Das Gefühl zeigt sich auch körperlich als Kribbeln in ihren Händen. Eine zweite Karte wirft die Frage auf: „Muss ich etwas verändern?“ Darin liegt ihr Bewusstsein, dass der Planet Unterstützung braucht, zugleich aber auch ihre Unsicherheit darüber, was sie selbst tatsächlich bewirken kann.
Auf die Frage nach Hoffnung nennt Anastasya keine konkrete Hoffnungsquelle. Stattdessen betont sie erneut die Bedeutung des Themas und ihr Gefühl, nicht über genügend Wissen oder Kompetenz zu verfügen, um es in einem globaleren Zusammenhang beurteilen zu können.
Ich glaube, das Thema ist sehr wichtig. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, nicht genügend Kompetenz zu besitzen, um darüber in einem globaleren Zusammenhang nachzudenken.
