Darja hat gerade die Schule abgeschlossen und bereitet sich auf ihr Studium vor. Für sie ist der Klimawandel eine wissenschaftlich belegte Realität, die den Planeten bereits schwerwiegend verändert – auch wenn die Folgen in Estland noch nicht so kritisch erscheinen wie in anderen Ländern.
Sie erkennt sie an zunehmend heißen und feuchten Sommern, sprunghaft wechselndem Wetter und Wintern mit deutlich weniger Schnee. Aus ihrer Kindheit erinnert sie sich an meterhohen Schnee; heute bleibt davon oft nur noch wenig. Durch die Medien, Greta Thunbergs Aktivismus und eine Countdown-Uhr bis zum Eintreten unumkehrbarer Schäden wurde sie erstmals bewusst auf die Klimakrise aufmerksam. Später verband sie diese Warnungen mit ihren eigenen Beobachtungen.
„Ich spreche das Thema manchmal an, weil ich glaube, dass es wichtig ist.“
Der persönlichste Konflikt entsteht in ihrer Familie. Darjas Eltern halten den Klimawandel für erfunden und glauben nicht, dass Estland davon betroffen ist. Sie hat aufgehört, mit ihnen darüber zu sprechen, weil sie erwartet, dass sie ihre Haltung erst ändern werden, wenn etwas „Großes und Massives“ geschieht. Ihr Unverständnis richtet sich besonders gegen Menschen, die wissenschaftliche Erkenntnisse ignorieren, nur weil sie selbst die Konsequenzen noch nicht unmittelbar erleben. Anderen versucht sie ihre Sichtweise zu erklären – wollen sie ihr jedoch nicht zuhören, beendet sie das Gespräch.
„Es ist dumm, dass sie das Problem einfach ignorieren.“
Trotz dieser Distanz fühlt Darja sich nicht allein. Online-Communitys, Aktivist:innen und Menschen mit ähnlichen Überzeugungen zeigen ihr, dass andere für Veränderungen kämpfen. Positives erkennt sie auch in Estlands Recycling-System und den strengeren Regelungen: Die Menschen werden stärker dazu angehalten, Abfälle zu trennen und Verantwortung zu übernehmen.
„Ich fühle mich nie allein, weil ich weiß, dass es da draußen Menschen gibt, die dafür kämpfen und daran glauben.“
Gleichzeitig verdrängen Kriege und die Angst vor einem größeren globalen Konflikt die Klimakrise aus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Darja glaubt, dass weniger darüber gesprochen wird, solange Menschen fürchten, bombardiert zu werden. Wenn sie über die Zukunft spricht, wechseln sich düsterer Fatalismus, trockener Humor und beinahe trotziger Optimismus ab. Auch ihre Karten spiegeln diese Spannung: Rot steht für ihre Lieblingsfarbe, aber ebenso für ihre Neigung, sich zurückzuhalten und für sich zu bleiben. Die anderen Karten verkörpern ihre Überzeugung, dass alles aus einem bestimmten und letztlich guten Grund geschieht, dass sich die Dinge vielleicht doch fügen und dass eine positive Lebenseinstellung wichtig bleibt – selbst wenn die Welt sich zu zerstören scheint.
„Ich glaube, es ist wichtig, eine positive Einstellung zum Leben zu haben.“
Menschen machen mir Hoffnung. Die meisten sind sehr entschlossen, wenn ihnen etwas wirklich wichtig ist. Wenn wir uns alle irgendwie zusammenschließen, können wir vielleicht etwas bewirken.

🇪🇪 Estonia’s Greenhouse Gas Emissions
Population 1.36 Million, Europe.
Key Messages
- Emissions: Estonia emitted around 12.3 megatonnes CO2e in 2024, about 0.02% of the global total.
- Per person: This was around 9 tonnes per person per year, rated very high on a scale where any emissions above zero add warming.
- Trend: Emissions fell by around 1.27 megatonnes CO2e a year, or 7.19% annually, over the ten years to 2024-a faster decline than the 4% yearly global reduction needed for Net Zero in 2050 and around 1.7 °C warming.
- What drives it: CO2 made up 74% of emissions, nitrous oxide 14%, methane 11% and F-gases 1.6%.
- Historic responsibility: Since 1851, Estonia’s emissions have produced around 2,380 megatonnes CO2e of warming impact, 0.06% of the global total, averaging around 12.7 tonnes per person per year.
