Michael begegnet der Klimakrise mit einer Mischung aus Pessimismus, Frustration, Dankbarkeit und bewusster Zuversicht.
Besonders belastet ihn die Haltung, man könne einfach weitermachen wie bisher: konsumieren, fliegen und ausbauen, ohne darüber nachzudenken, was für die Menschen nach uns übrig bleibt. Als Vater empfindet er dabei eine klare Verantwortung: „Ich will, dass meine Kinder eine Zukunft haben.“
Wenn man sich selber spürt, dann hat man schon richtig viel gewonnen.
Sein Bewusstsein für die Klimakrise veränderte sich Mitte zwanzig. Nach seinem Musikstudium und seiner Tätigkeit als Lehrer machte Michael den Hubschrauberschein, weil er als Rettungspilot arbeiten wollte. Durch das Fliegen und den Blick auf die Landschaft wurde ihm der Einfluss des Menschen immer bewusster. Für ihn lautet die entscheidende Frage nicht, ob die Erde überleben wird – sie wird sich verändern und anpassen –, sondern ob Menschen auf ihr weiterhin gut leben können.
Heute kann Michael als Geschäftsführer des Österreichischen Alpenvereins in Vorarlberg seine Sorgen in konkretes Handeln übersetzen. Er beschäftigt sich mit nachhaltig betriebenen Schutzhütten, regionalen Lebensmitteln, erneuerbarer Energie und verantwortungsvollem Abfallmanagement. Gleichzeitig sieht er klare Grenzen für das weitere Wachstum des Tourismus. Noch mehr Seilbahnen und künstliche Attraktionen in Bergen zu errichten, in denen zunehmend der Schnee fehlt, erscheint ihm kurzsichtig und widersinnig. Hier werden seine Frustration und Verzweiflung besonders spürbar: Es bewegt sich etwas, aber viel zu langsam, während wirtschaftliche Interessen weiterhin dominieren.
Man muss den Leuten Hoffnung geben. Man muss ihnen eine positive Zukunft vor Augen halten.
Seine Sorgen reichen weit über die Alpen hinaus. Steigende Temperaturen, zunehmend unbewohnbare Regionen und die daraus entstehenden Fluchtbewegungen ergeben ein Zukunftsbild, das für ihn kaum zu fassen ist. Dennoch möchte er sich nicht von der Größe und Komplexität der Krise lähmen lassen: „Wenn du da zu sehr hineindenkst, wirst du narrisch, weil du einfach keine Antwort auf deine Fragen hast.“ Deshalb konzentriert er sich auf das, was sich im eigenen Umfeld und im eigenen Leben verändern lässt.
Kraft findet Michael in der Natur. Nach der Arbeit legt er Handy und Computer weg und geht hinaus. Beim Gehen oder Radfahren spürt er Luft, Sonne, Kälte, Wärme und Wind – und damit sich selbst und den Planeten. Nachhaltigkeit bedeutet für ihn keinen Verzicht. Regional einzukaufen, Rad zu fahren und weniger zu konsumieren, macht sein Leben erfüllter: „Mein Leben ist schöner, wenn ich so lebe.“
Andere Menschen bekehren zu wollen, hat Michael aufgegeben. Er möchte Alternativen vorleben und beharrlich bleiben. Panik lähmt seiner Ansicht nach, statt Veränderung auszulösen. Menschen brauchen ein positives Zukunftsbild und das Gefühl, selbst etwas bewirken zu können. Seine größte Zuversicht schöpft er aus der Jugend, aus der Umweltbildung an Schulen und aus den vielen Vereinen, Unternehmen und Einzelpersonen, die bereits handeln. Trotz aller Verzweiflung sieht er eine wachsende Mehrheit, die versteht, mitdenkt und etwas verändern möchte.
Mir macht Hoffnung, dass die Jugend umdenkt und dass Schulen, Vereine, Unternehmen und viele einzelne Menschen bereits handeln. Ich glaube, wir brauchen ein positives Bild der Zukunft – denn aus Hoffnung kann Handlung entstehen.
🇦🇹 Austria’s Greenhouse Gas Emissions
Population 9.12 Million, Europe.
Key Messages
- Emissions: Austria emitted around 69.8 megatonnes CO2e in 2024, about 0.12% of the global total.
- Per person: Emissions were around 7.7 tonnes per person per year in 2024, rated very high on a scale where any level above zero adds warming.
- Trend: Austria’s emissions fell by around 1.8% a year over the ten years to 2024, slower than the 4% yearly decline the world needs to achieve Net Zero in 2050 and limit warming to around 1.7 °C.
- What drives it: CO2 made up around 79% of Austria’s total emissions, methane 13%, nitrous oxide 5.1% and F-gases 2.4%.
- Historic responsibility: Since 1851, Austria’s emissions have produced around 7,510 megatonnes CO2e of warming impact, about 0.19% of the global total, or around 6.5 tonnes per person per year, rated high.
